Schlagwort-Archive: Tragödie

Kinder, Kinder….

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Nun schon ganze fünf Jahre weilt Loriot nicht mehr unter uns; müßig, jemandem -aus unserem Kulturkreis- erzählen zu wollen, wer selbiger denn war: deshalb an dieser Stelle nur die überraschte Feststellung, daß er mit hoher Wahrscheinlichkeit Dinge sogar vorhersehen und auch dies zeichnerisch umsetzen konnte (bzw. damals noch ohne sich anschließende Diffamierung tun durfte..). 🙂

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Regen und zurückgehende Temperaturen; das Wetter also mies, doch die Stimmung teils auch aufgrund der nun endlich hinter uns gebrachten Poolerneuerung bestens: die am Spätnachmittag pünktlich halbstündig von oben einsetzende Bewässerung, uns vorbereitend auf die in wenigen Wochen einsetzende Regenzeit läßt die ansonsten halbstündige Sitzzeit (es sei denn, es geht um Modellbau..) am Klapprechner zu einer ganzen Stunde anschwellen: dabei fällt eine Meldung der hiesigen „Crónica“ ins Auge – zwar kein deutscher Erziehungsjournalismus, aber ansonsten gerne für Klatsch & Tratsch zuständig, bringt das Online-Blatt diesmal einen Beitrag, der´s auch ins TV geschafft hat:

Schon mehr als drei Stunden mühte sich die 38jährige, im wahrsten Sinn des Wortes mit Geburten erfahrene Nelly Santander im städtischen Hospital von Minga Guazú ab, ein Kind zur Welt zu bringen. Ihrem eindringlichem Flehen um kaiserschnittige Hilfe durch die vor Ort anwesenden Ärzte wurde nicht stattgegeben; auch das Wissen aller Beteiligten, daß es sich bei diesem kommenden neuen Erdenbürger um ein ziemlich großes Kind handeln wird, ließ die Ärzte auf ihrer Weigerung beharren.
Nach langem Leiden siegte denn doch noch irgendwann die Vernunft und man überbrachte die Frau ins Regionalhospital von Ciudad del Este. Dort gebar sie nun endlich per Kaiserschnitt das Kind – stolze 4 Kilo 700 Gramm zeigte die Waage an!
Allerdings verließ die Mutter nur zehn Minuten, nachdem ihr Kind die Welt betrat, selbige lärmende Erdkugel und ließ damit insgesamt zehn eigene Kinder allein zurück: denn der Ehemann von Nelly, der sie kurz nach der Nachricht der erneuten Schwangerschaft verlassen hatte, starb tragischerweise kürzlich auf seiner Arbeitsstelle an einem Stromschlag.
Bisher scheint nicht klar, wie es weitergeht – die Schwester der Verstorbenen klagt die Ärzte der örtlichen Hospitals an, ihre Schwester habe unnötig leiden müsse; für eine Klage im juristische Sinne wird wohl (in erster Linie finanzielle) Unterstützumg fehlen…

Selbige Zeitung, die diese Meldung brachte, fügte das Bild eines Hauses dem Artikel an und bezeichnet dies als das Wohnhaus der Großfamilie; daß dies den Tatsachen entspricht, ist stark anzunehmen, auch wenn das Krankheitsbild journalistischer Tätigkeit wahrscheinlich überall dasselbe ist…

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Mit dieser eher nachdenklich stimmenden Geschichte verbleiben wir dennoch mit den besten Grüßen & Wünschen als Team von „OUTLAW TODAY“!

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Brennkammer/Groß

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„Ehe man das Gedächtnis eines Menschen rühmt, sollte man feststellen, was dieses Gedächtnis zu behalten pflegt.“:) …..könnten nämlich schnell die „falschen“ Dinge sein, die von der fehlerbehafteten menschlichen Festplatte gespeichert werden – besonders, wenn dadurch längst vergessen geglaubte Dinge in der Vergangenheit immer noch oder gar wieder beleuchtet werden….

Der erste Tag im August markiert in unserem eigenen Leben die hiesige Geschäftsübernahme im Jahre 2005 **Danke nochmals für die `04er Kündigung, Chef..wink !** und neun Jahre später den Beginn des hier im Blog entsprechend  vorgestellten Modellbauprojektes „Santisima Trinidad“.

Für unser Binnenland Paraguay hingegen bedeutet der 1. August 2004 eine untrennbare Verbindung mit einer furchtbaren Brandkatastrophe, die sich damals im Asuncióner Supermarkt Ycuá Bolaños abspielte und deren Opferzahl bis heute mit zwischen 360 bis 400 Opfern angegeben wird.
Im Lebensmittelbereich entzündete sich damals zum wiederholten Male in mangelhaft gereinigter Abzugsanlage Fett und Öl; im Gegensatz zu früheren Vorfällen allerdings geriet das Feuer diesmal schnell außerhalb jeglicher menschlichen Kontrolle und Gegenwehr.
Um etwaigen Diebstählen der damals anwesenden Kundschaft vorzubeugen, ließ „man“ sämtliche Türen des brennenden Ladens schließen und bereitete so den meisten Opfern einen qualvollen Tod.
Unter „man“ verstehen viele der Angehörigen der Opfer den Besitzer des Supermarktes; selbiger sitzt ein, seit einem aufsehenerregenden Urteilsspruch, in den der damalige paraguayische Präsident Frutos wegen offensichtlich allzugroßer richterlicher Milde eingreifen mußte, um die Ruhe der Strassen zu wahren,  und „man“ dürfte seither nicht allzugroße Lust verspüren, weder nachts noch am Tage durch hauptstädtische Straßen zu flanieren… 🙂

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Ob auf dem letzten, vorm Brand damals ausgegebenen Kassenbon stand „Vielen Dank für Ihren Einkauf, Sie werden nun umgehend eingeäschert.“, läßt sich nicht mehr nachprüfen; Tatsache bleibt, daß das Verhalten der Geschäftsführung absolut unverständlich und völlig inakzeptabel war – und leider nicht nur hier landestypisch nicht mehr ins genaueste Detail aufklärbar ist.

Am Jahrestag finden sich -schon durch den Einsatz der Medien– seitdem viele Menschen, die an diesem Tage den Opfern gedenken….

Übrigens und nur der Vollständigkeit halber – in jenem Jahre 2004 trug Miss Paraguay den bürgerlichen Namen Yanina González:

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Damit verbleiben wir wie immer mit den besten Grüßen & Wünschen als Team von „OUTLAW TODAY“!

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