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Wochenend‘ und Sonnenschein…

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Im Januar eines jeden Jahres wird Paraguay bekanntlicherweise vom Hochsommer beherrscht; dies ist die Haupturlaubszeit für die Einheimischen, und auch wir waren gestern unterwegs. 😮

Aufgrund einer Einladung von Landsleuten, die ein Grundstück am Lago Ypacarai auf der Seite von San Bernardino besitzen, fuhren wir in unserem Firmenwagen die Ruta 2 entlang.
Diese Strecke geht quer durch ein fast plattes Land; nur die uns umgebende Vegetation verhinderte den Gedanken, daß wir unbemerkt einen Riß in der Erdrinde passiert hätten und dadurch plötzlich in Holland XX( unterwegs wären…

Da wir auf dieser Strecke ziemlich zügig vorankamen, beschlossen wir kurzerhand, schnell noch einen kurzen Abstecher in das auf der entgegengesetzten Seite des Sees gelegene Aregua zu machen.
Da diese immerhin schon über 450 Jahre alte Stadt als das Zentrum des hiesigen Töpferhandwerkes gilt, hofften wir, hier noch einige Stücke für unsere Ausstattung finden zu können.

Ganz anders als Villarrica, ist diese Stadt langsam gewachsen und strahlt eine förmlich greifbare Ruhe aus. Nicht von ungefähr also ist es ein Ort, an dem viele Einheimische ihren Urlaub verbringen. Noch dazu, weil sich der berühmt-berüchtigte Bade(?)-See hier befindet… 😐
Die Häuser der Einwohner von Aregua scheinen aus der hier dominierenden Vegetation nur unwillig herauszulugen; stellenweise scheint der Urwald auf dem Vormarsch zu sein. 8|

Dschungelhaus in Aregua

Unser Ziel waren die Angebote der Keramik-Werkstätten, die sich entlang der durch den Ort führenden Hauptstrasse befinden. Wohl seit vielen Generationen hat sich hier die traditionelle Töpfertechnik erhalten, und daher ist es eine jahrhunderte lang unveränderte Prozedur geblieben: der feuchte Ton wird in eine Form gegeben und nach entsprechender Trocknungszeit in einem Ofen sechs Stunden gebrannt. Die jüngeren Familienmitglieder sind für die Bemalung der Rohlinge verantwortlich; sie verschaffen ihnen die typischen kräftigen und lebensfrohen Farben. Viele Hersteller haben es im Laufe der Zeit zu einiger Perfektion gebracht, und oft ist kaum noch zwischen Pinselmalerei oder Airbrush zu unterscheiden… 88|
Was Qualität und Anspruch dieser Sachen betrifft, so bewegen sie sich nach Ansicht vieler zwischen Kitsch, Krempel und Kunst.

Töpferwerkstatt - Füllen der FormTöpferwerkstatt - Schließen der FormTöpferwerkstatt - FestklopfenTöpferwerkstatt - Ofen unter freiem HimmelTöpferwerkstatt - BemalenTöpferwerkstatt - BemalenTöpferwerkstatt - BemalenHauptstraße in AreguaSieht das nicht gut aus?Hier von der anderen Seite...Diese Gartenzwerge suchen auch neue Besitzer...Die Eulen von Athen?

So hat halt jede Epoche ihre Erscheinungsform; in Deutschland erhob vor mehr als 30 Jahren Joseph Beuys seine Kinderbadewanne zum Kunstobjekt (welche wenig später einige SPD-Genossen in Unkenntnis der Sachlage zum Bierkühlen nutzten)… :>>

Allerdings muß man zugestehen, daß sich der eine oder andere Anbieter seit unserem letzten Besuch vor knapp 3 Jahren wirklich „gemausert“ hat: hier gibt es schöne Objekte wie Vasen, Schalen, Kerzenhalter oder andere Dekosachen zu erwerben die in nichts dem derzeit modernen Einrichtungsgeschmack in der alten Heimat nachstehen.

Vasen in allen Größen und DekorsModernes und Geschmackvolles......gibt es bei Ceramica Villasboa.......naturbelassen oder......peppig bunt.

Etwas oberhalb des Sees sind noch einige Waggons (momentan werden erst zwei als Hühnerhaus benutzt) der ehemaligen bis hierher führenden Bahnstrecke zu besichtigen, und auf dem Bahnsteig der erhalten gebliebenen Station kann man für wenig Geld einen kleinen Imbiss einnehmen. In fast jedem Garten und Hinterhof liegen rostende Teile der ehemaligen Eisenbahnstation – für Fans eine wahre Fundgrube von Fotomotiven!

Hier muss man schon genau hinschauen......und irgendwie hat es was von......Hobo-RomantikDer Urwald holt sich seinen Teil zurückDie Waggons fristen ihr DaseinWeichen im GrasAlte Wassertank-StationEin alter WeichenhebelDie Räder einer Draisine im Vorgarten.

Doch dann wurde es im wahrsten Sinn des Wortes „höchste Eisenbahn“, um unseren Termin einzuhalten. Noch einmal halbrund um den See – und gerade noch rechtzeitig gelangten wir nach San Bernhardino.
Und was wir da erlebten, hat Berechtigung für einen eigenen Beitrag.
Nur soviel sei verraten: ein Globus OHNE ❗ Paraguay spielt dabei eine Rolle…

Angesichts unserer ersten 30 Monate hier in Paraguay paßt zum heutigen Abschluß ein Wort von Wilhelm Busch am besten:
„Denn die Summe unseres Lebens sind die Stunden, die wir lieben.“

Die Redaktion von „OUTLAW TODAY“ wünscht allen ein schönes Wochenende und verbleibt wie immer mit besten Grüßen aus Villarrica!

HOTEL-RESTAURANT PARAISO
Villarrica, Paraguay
http://www.hotel-paraiso.de

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