Schlagwort-Archive: Titanic

Stahl, Holz, Murks….

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Der 31te März jeden Jahres steht in Titanic-Fankreisen für die erfolgte Kiellegung des später so berühmten englischen Schiffes; im Jahre 1909 schuf in Belfast ein Heer von übermotivierten und unterbezahlten Leuten (…wie gesagt: 1909..) ein Sinnbild für den Verlauf des 20ten Jahrhunderts: nahezu jeder weiß, daß diese Geschichte genauso endete, wie das Experiment mit dem Schulz-Gold ausgehen wird: hoffen wir, daß diesmal für die „oberen“ Verantwortlichen KEIN Rettungsboot bereitstehen wird.. 🙂

Doch nicht nur die äußere Größe des neuen Schiffes beeindruckte, sondern auch die innere Ausstattung bestach das Auge. Seither sind über 100 Jahre vergangen – und das Wissen um den paßgerechten Einbau normaler Türen scheint (hoffentlich auch in Paraguay nur örtlich begrenzt..) vom Vergessen bedroht zu sein: diese Vermutung legt folgende Geschichte nahe:
Der bisherige Schreiner des Hauses und preisgekrönte Erfinder plausibel klingender Begründungen für Verzögerungen bei der Fertigstellung der in Arbeit gegebenen Aufträge erhielt wider besseren Wissens und Gefühls kürzlich die Aufgabe, eine der hiesigen gebräuchlichen, vor der eigentlichen Tür angebrachten Moskitotüren zu überarbeiten und binnen Tagesfrist wieder anzubringen. Klar – damit rechnet nicht wirklich einer. Händeschütteln & freundliche Gesichter gehören hier zum Geschäftsabschluß wie das Wir-schaffen-das-Sülz zur uckermärkischen Geistesgestörten.

Der drei Wochen später erfolgte unangekündigte Blitzbesuch in der erwähnten Arbeitsstelle des Hausholzmannes schien dem Inhaber fast peinlich. Immerhin – der Rahmen der Tür hatte schon vier hölzerne Seiten. Noch drei Tage später wurde der -ausschließlich- lupenreines Guaranie sprechende Mitarbeiter samt nun mit Moskitonetz bezogener Tür hier abgesetzt.
Die Montage dauerte geschätzte 10 Minuten; die Bezahlung war bei der Vergabe des Auftrages erfolgt. Tja..was soll ich sagen…11einhalb Jahre Paraguay-Leben haben auch dem Schreiber dieser Zeilen 2 Kilo 🙂 mehr Bauchumfang verschafft: aber ständig seitlich durch die neue Tür gehen zu müssen, nur weil die (als neu verkauften) Scharniere nicht mehr als geschätzte 30° Öffnung der Tür zulassen, wäre denn doch etwas unangenehm – und findigerweise wurde vom auffällig-unauffällig schnell entschwundenen Schreinergehilfen schon als störend empfundener Verputz (nutzlos..) per Hammer entfernt.
Die wenig später telefonisch gestellte Nachfrage nach der Zeitdauer dieses merklich eingeschränkten Öffnungswinkels des Türblattes wurde am selben Tag (!) mit einem weiteren Besuch und einer Nachbesserung durch eben schon genannten Jünger der Holzverarbeitung geahndet: komisch – bei manchen Filmen aus Hollywood´s Traumfabrik ahnt man schon vorher, wie´s ausgehen wird…so auch hier: mit freundlich-zusammengebissenen (drei) Zähnen, aber mehr mit nonchalant gezeigter Wut ob der Beschwerde wurde die Tür abgerr..äh… demontiert und mit dem maximal erreichbarem Wert nach rechts verschoben, bevor besagter Spezialist zum wiederholten Mal, diesmal wortlos verschwand.
Der nun LINKS dadurch entstandene Spalt zwischen Tür und Rahmen hätte genügt, problemlos ein Klappbett durchzureichen. Haben Sie eben nach dem Öffnungswinkel des Türblattes gefragt..? Sie ahnen es schon..stimmts..? Dennoch: zum ordnungsgemäßen Geschäfts-Abschluß gehört in Paraguay meist ein Wort des Dankes, aber mehr des Lobes: so auch hier! 🙂

Und als nun endlich RRRRUHE einkehrte um diese Geschichte, wurde besagte Pforte nochmals vom Rahmen getrennt: dabei stellte sich heraus, daß besagte neugebrauchte Scharniere verkehrtherum (deswegen der reduzierte Öffnungswinkel) montiert waren und durch ihre Größe generell zur Wand nun nicht mehr passen konnten; ein weiteres Mal mußte Wandverputz leicht entfernt (oder am nächsten Tag kleinere Scharniere besorgen..) werden, um durch eine seitliche Linksverschiebung schon erwähnten Seitenspalt wieder verschwinden zu lassen und auch dickere Leute durch die „normale“ Türöffnung zu lassen….soooo schwer… 🙂

Ein etwas größeres Problem mit gebrauchtem, vor allem aber stark beanspruchtem Holz gab’s Anfang dieser Woche im Raum Caazapá: dort gab eine Brückenkonstruktion nach, als ein Holztransporter mit dem bekannten 300-Prozent-Rendite-(Vergabe ausschließlich durch deutsche Eingewanderte an deutsche Auswanderer..) Eukalyptusholz darüberfuhr. Spannend wird nun, wer für diese Kosten aufkommt & wann beide Seiten an dieser Stelle wieder miteinander verbunden werden…

 

Damit verbleiben wir wie immer mit den besten Grüßen & Wünschen als Team von „OUTLAW TODAY“!

…wettermäßig derzeit übrigens reichlich durchwachsen im Raum Villarrica: der Weg in den Herbst ist diesmal gut regenfeucht.. 😦

 

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Badetag & Freundschaftsdienst

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„Im Prinzip bin ich ja nicht abergläubisch, aber wenn wir heute Freitag den 13. hätten, käme ich doch lieber ein andermal wieder.“ U-(
Dieses dem russischen Dichterfürsten Puschkin zugeschriebene Zitat traf heute den Kern der Sache – und dabei hatte alles doch ganz normal begonnen; existierte doch nicht einmal die gefürchtete Freitag/13-Kombination… :-/

Nach dem (täglichen) Lesen der aktuellen Verlautbarungen und Vorhaben der die deutsche Regierung :## bildenden Nationalmasochisten ging’s zum abkühlen an die frische Luft und gleichzeitig zum Einkauf in den hiesigen größten Einkaufsmarkt „Herrero“.
Selbiger verfügt seit wenigen Tagen -endlich!!- über eine Tiefgarage (und somit zusätzlichen Parkplätzen, das ewige Rumgekurve reduziert sich damit hoffentlich ein bischen) mit einem Einweiser, der mit wichtiger Miene seine Trillerpfeife bedient.
Sogar an einen Zugang zum unten geparkten Wagen vom Ladeninneren her wurde gedacht – momentan scheint noch etwas Farbe zu fehlen, aber dem wird wohl schnell abgeholfen werden. :yes:

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Auch der => nächste Punkt auf der Erledigungsliste ließ noch keinerlei Argwohn aufkommen: der vor drei Wochen bestellte Uhrkasten durfte abgeholt werden! :p :p
Paßgenaue Arbeit vom Schreiner Oskar Hummel – und Danke an die nahezu unzähligen Standuhr-Vorlagen beim Auktionhaus! So, und nun auf die Suche nach einem geeigneten Standort für den Neuling…. U-( :??: :??:

Gärtner 05

Die winterliche Hitze hat uns momentan fest im Griff; laut Wetterdienst soll dies noch länger anhalten. 😛
Vielleicht keine schlechte Idee, eine kleine Erfrischung zu sich zu nehmen..?!
Daß aber dafür der bisher hochgelobte Gärtner >:-[ (anbei eine zeichnerische Darstellung) sorgen würde, hätte niemand gedacht: lachend auf den Spaten gelehnt, freute ER sich zumindest des -wahrlich sprudelnden- Lebens; in dem Falle quirlte das teure Nass aus der Poolzuleitung, die er beim Umgraben des Gemüsebeets erwischt hatte. >:-[ :## => Anzeichen einer aufsteigenden Panik oder gar die Frage nach ’ner Abstellmöglichkeit?
Nö.
Maximal drei ❗ sortengleiche Gärtner hätten erfolgreich die Panik der letzten Stunde auf der sterbenden Titanic verhindert….

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=> Jetzt wirft sich im Anschluß an selbige hausgemachte Dusche folgendes Problem auf: vor wenigen Tagen absolvierte selbiges Mitglied der Gärtner-Innung seinen ersten Arbeitstag bei Thomas & Anke :p :wave: vom Paraguay-Fan-Club und erhielt auch da glänzendes Zeugnis.
Hm, soll man jetzt eine freundschaftliche Warnung ausgeben?
Etwa derart => „Bei Gärtnerarbeit bitte Wasser-Absperrhahn zu!“?
Aber was ist, wenn da die Zweige der Bäume beschnitten werden und die Stromversorgung versehentlich 🙄 gekappt wird; zum abtrennen aller Versorgungsleitungen zu raten wäre vielleicht zu weit hergeholt… 😳 :-/ :))
Besser, eine Nacht drüber schlafen… :yawn:

Damit verbleiben wir wie immer mit den besten Grüßen & Wünschen als Euer Team von „OUTLAW TODAY“! :wave:

Für Blogfreund Flogni :wave: an dieser Stelle ein Bild des „hohen-Drehzahl-Schuldigen“; die kleine silberne Feder des Fliehkraftreglers hatte zwei Tage ihren Posten verlassen; nun sitzt sie wieder :> & bremst richtig ab. :yes: :yes:

Gärtner 01

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Der alte Deutsche

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„Schweigen sei Gold? Manchmal kann es Blech sein.“ :p

Wenn sich diese Aussage des deutschen Essayisten Adolf Reitz auf unser -wenn nicht aller, so doch der meisten- Verhältnis zu den motorisierten Klassikern bezieht, so trifft dies völlig zu; oft werden die Klassiker anderer Bereiche ebenso wertvoll be-und gehandelt.
Marcel R.-R. XX( hingegen gehört dieser Kategorie nicht an….trotz ’89er Bambi-Auszeichnung.. :)) :))

Mercedes 09

In diesen Apriltagen kommt wohl die halbe Welt nicht um den 100ten Todestag des auseinandergerissenen Stahlkolosses mit der Baunummer 401, der am Meeresgrund ruht – und doch tauchte letzte Woche auch in Villarrica ein Fahrzeug aus vergangenen Zeiten auf.

Mercedes 01Mercedes 02

Dieser Mercedes 170 V in der Version als Lieferwagen steht auf brüchigen, aber immer noch deutschen Reifen!
Wer vermag die sicherlich wechselvolle Geschichte dieses Klassikers zu kennen, und was alles wurde in den letzten Jahrzehnten auf diesem Kontinent damit transportiert?
Zu hoffen ist, daß dem Besitzer der Wert des Wagens klar ist – und daß dieses einzigartige Stück der Nachwelt erhalten bleibt! Das „V“ übrigens steht für „Motor vorn“, und so sei der Vollständigkeit halber noch ein Bild eines (schwarz-roten) heckgetriebenen Mercedes‘ angehängt; das Bild gelang am 5. Mai 2001 in St.Wendel.
LUEG Bochum übrigens existiert immer noch; nur deren Produktpalette hat sich mittlerweile geändert… :))

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=> „Die Moral wurde zu jeder Zeit anders definiert. Doch war sie auch zu jeder Zeit lästig.“
Zu Martin Reisenberg’s Stichwort „Zeit“ wäre noch zu sagen, daß die am vergangenen Wochenende vorgenommene Zeit-rückstellung um eine Stunde problemlos funktionierte; der Unterschied zur alten Heimat beträgt nun wieder sechs Stunden.
Aber eigentlich noch viel mehr….. :yes: U-(

Damit verbleiben wir wie immer mit den besten Grüßen & Wünschen als Euer Team von „OUTLAW TODAY“! :wave:

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