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Kindermund

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„Artige Kinder fordern nichts; artige Kinder kriegen nichts.“ :yes: Kein anderer als der Deutsche Kanzler Otto von Bismarck sollte diese Aussage formulieren; sie erscheint ungemein passend in der heutigen Zeit, erinnert an den bekannten => Sedantag 💡
am 2. September und steht auch in Zusammenhang mit dem heutigen Thema.

Noch während wir im ablaufenden ersten Halbjahr 2005 vor der schwierigen Aufgabe des „packens für Paraguay“ standen, erschien es uns angebracht, für Restaurantgäste, die uns mit Kinner’n besuchen, an ein Sortiment von Spielsachen für eben den Nachwuchs zu denken.

Kurioserweise stand man bei dieser Aufgabe vor paradox anmutenden Möglichkeiten: entweder sollten diese Dinge für Kinderhand die Belastung von Kruppstahl weit übertreffen – oder einem kostengünstigerem weichen „Made-in-China“-Mix würden bei der Benutzung zwar harmlose erbgutschädigende Pestizide entweichen, auf der anderen Seite würde dies die heranwachsenden schon frühzeitig mit dem Gebrauchswert verschiedener Dinge im hiesigen späteren Leben vorbereiten.

Nicht zu vergessen natürlich die unerläßlichen hölzernen Bauklötze Fröbel’s; die hingegen besitzen zu vorgerückter Stunde auch allzuoft magische Anziehungskraft auf größere Kinder… U-(
Hierzulande muß es nicht immer nur die Spielkonsole mit dem neuesten Action-Kracher sein, um Kinderaugen zum leuchten zu bringen – oft genügen auch drahtlos zu handhabende bunte Stifte und weißes Papier, damit kindische Kreativität sichtbar wird.

So blieb in den letzten Tagen ein beschriftetes Blatt zurück, dessen Inhalt die meisten von uns bestimmt aus Kindertagen noch kennen: das wohl schon jahrzehntealte sogenannte „Galgenraten“.
Manche Dinge kommen wohl niemals aus der Mode, und man fragt sich, wie um alles in der Welt gerade dies um die Welt kam…:.

In jedem Fall hatte die Kindergruppe beim raten & malen viel Spaß; :yes: der mehrmalige Verlierer hingegen zog sich den Tränen nahe kurz vorm Ende des Spieles zurück; vielleicht rächt er sich in späteren Jahren noch an seinen Mitspielern. :))

Brüssel 01

Bleibt zum Schluß noch ein Wort des Verfassers von => „Arbeit adelt“, Detlev von Liliencron anzuhängen: „Und weit liegt im Nebel, ach weglos weit, die Kinderzeit, die Kinderzeit.“

…als allerallerletztes heute sei für den Blogfreund Flogni :wave: ein weiteres Mal eine kurze filmische Sequenz der Spitfire-Restaurierung angefügt; sie ist datiert vom => 2. März 1996.

Wie immer mit vielen Grüßen – Euer Team von „OUTLAW TODAY“! :wave:

HOTEL-RESTAURANT PARAISO
Villarrica, Paraguay
http://www.hotel-paraiso.de

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Mehr als ein Foto…

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„Die Weltgeschichte…hat bisher noch jedes Kapitel der Selbstüberhebung mit einem bestrafenden Schluß versehen und diesen Akt für spätere Geschlechter in der ernsten, eindringlichen Sprache der Ruinen aufbewahrt.“ :`(

Passend zu diesen Worten Karl May’s erreichte uns zum Beginn des Wochenendes ein Originalfoto aus des Dichters sächsischen Heimat, welches die Ruine der Dresdener Frauenkirche 1952, sieben Jahre nach ihrer sinnlosen Zerstörung zeigt.
Vor wenigen Wochen im bekannten weltweiten Auktionshaus erworben, brachten es uns liebe Gäste aus Deutschland mit – wofür wir uns auch an dieser Stelle nochmals recht herzlich bedanken! :yes:
Fotografisch vergrößert wird demnächst dieser seltene Schnappschuß einen besonderen Platz in unserer beliebten und inzwischen auch landesweit bekannten „Dauerausstellung“ einnehmen.

Dresden 01

Unter Zuhilfenahme eines Freundesdienstes gelang es uns -unterstützt von einem Fotoprofi aus der Nähe von Kaiserslautern- ab dem Jahr 2000, bis zu unserer Auswanderung ’05 jährlich einmal offiziell über die damalige Baustelle der Frauenkirche geführt zu werden und so die Stufen ihres Wiederaufbaus vor Ort nah zu erleben. Unglaublich, wozu Menschen sowohl in der Zerstörung als auch bei der Rekonstruktion fähig sind….. 😮

Dresden 02Dresden 03Dresden 06Dresden 07Dresden 05Dresden 04Dresden 08

Wie immer mit den besten Grüßen & Wünschen – Euer Team von „OUTLAW TODAY“! :wave:

HOTEL-RESTAURANT PARAISO
Villarrica, Paraguay
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Behütete Kinder

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„Eine Krone ist lediglich ein Hut, in den es hineinregnet.“ U-(
Selbst Kaiser und Könige hatten ihre lustigen Seiten und lieferten der Nachwelt manche nicht ganz ernst zu nehmenden Aussprüche – wie im vorliegenden Falle der preußische Friedrich II.
Sein späterer „Amtskollege“, der preußische König Wilhelm I. hatte wohl eine ähnlich gelagerte Meinung; trotzdem verließ er am 18. Januar 1871 💡 den Spiegelsaal von Versailles nach der Gründung des Deutschen Reiches als Deutscher Kaiser. :p
Für ihn wäre es wohl unvorstellbar, was 139 Jahre später gemeine Gangster aus seinem Lande gemacht haben. 😥 :`(
Aber vielleicht würde ER ja verstehen, warum plötzlich Konstantinopel deutschen Gebieten angeschlossen werden soll und wofür deutsche Soldaten auf dem Balkan Steuergelder pulverisieren….??!! XX(

Einen Heidenspaß jedenfalls hatten an einem der letzten Tage in den frühen Morgenstunden einige Kinder von Restaurantgästen.
Ihre Eltern waren heilfroh, einige Zeit ungestört über familiäre und geschäftliche Dinge sprechen zu können, während der Nachwuchs Hutmode der letzten Jahrzehnte ausprobierte.
Klein-Roberto bevorzugte einen arabischen Fez, was seine Freundin Lisa => zum Stahlhelm greifen ließ…. :))

Gäste 01Gäste 03Gäste 02

Was wohl bei beiden Kopfbedeckungen den Verfassungsschutz mitsamt Datenspeicherung und Nacktscannern in der alten Heimat auf den Plan riefe, war bei den Kindern natürlich nur unpolitischer Spaß und ließ ihrer Freude an der Kostümierung freien Lauf. :))

Gäste 04

Ob deutscher korkiger Tropenhelm oder Stahlhelm der US-Army – möge beides den Kindern im späteren Leben erspart bleiben; aber leider stehen die Zeichen der Zeit wohl anders, wenn es uns allen nicht gelingt, einige (Luzifers Bilderberger) zur Besinnung wachzurütteln….! 😐

Fügen wir zum heutigen Schluß noch ein deutsches Sprichwort an:
„Jede Krone ist in Gefahr, eines Tages zum Hut zu werden…“ :yes:

In diesem Sinne wünschen wir allen einen guten Wochenstart und verbleiben wie immer mit den besten Grüßen als Euer Team von „OUTLAW TODAY“! :wave:

HOTEL-RESTAURANT PARAISO
Villarrica, Paraguay
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Adelante – Hereinspaziert!

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Meine Küche in Koblenz

„Beim Abschied wird die Zuneigung zu den Sachen, die uns lieb sind, immer ein wenig wärmer.“ Michel de Montaigne’s Worten ist wohl nichts hinzuzufügen, doch was ist, wenn man noch die Möglichkeit der Auswahl einiger Dinge hat, die uns auf der Reise begleiten dürfen…? |-|

Vor nunmehr drei Jahren standen meine Partnerin und ich vor diesem Problem, nämlich unter allen im bisherigen Leben angeschafften Dingen diejenigen auszusuchen, die uns bei unserem Vorhaben helfen könnten und dienlich wären und uns lieb und teuer sind.
Dabei galt es, unter anderem auch den Salon eines von uns zum ersten August 2005 zu übernehmenden -gepachteten- Restaurants neu auszustatten.

Glücklicherweise hatte mich innerhalb meines 14jährigen Aufenthaltes in Koblenz mit Hilfe eines meiner Nachbarn :wave: das Interesse an historischen Dingen ergriffen, und gepaart mit einem Faible von Kindesbeinen an, sollte sich daraus eine Sammelleidenschaft für fotographische, ziemlich detaillierte Darstellungen der deutschen Zeppeline ergeben.

LZ 130, Aufnahme zwischen 1938-1939Rückseite eines 'Hindenburg'-Fotos

Schnell war kein Flohmarkt-Fotostand mehr vor mir sicher; die Suche nach seltenen Privat-Schnappschüssen oder Bilderalben der Weltfahrten der „silbernen Wale“ nahm rapide die Form eines schönen Hobbys an. Übrigens wurden alle Zeppelinfotos (vergrößerte Kopien meiner Originale) kurz vor unserer Auswanderung doppelseitig laminiert, um vor papierschädigenden Einflüssen dauerhaft geschützt zu sein. 😉

Hier finden sich alle Bilder wieder

Gleichzeitig lebte in der Stadt an Rhein und Mosel eine alte Leidenschaft wieder auf: der Modellbau. So beherbergten mehrere Vitrinen unter anderem Modelle wie Lord Nelson’s „Victory“, die „Santa Maria“ und ebenso die „Mayflower“.
Doch mußten fast alle zurückbleiben; nur ein Verzicht auf meine letzten beiden in Deutschland gefertigten Schiffe schien undenkbar, und so stehen nun die „Jolie Brise“ und die kanadische „Blue Nose 2“ hier unter Glas, nachdem beide in ihren eigens gefertigten Kisten den Transport nach Südamerika unbeschadet überstanden hatten. 😮
Inzwischen ist noch ein weiteres neues Modell hinzugekommen: die „Cutty Sark“, die ich hier vor kurzem fertigestellt habe.
(Berichte http://hotel-paraiso.blog.de/2008/03/21/stapellauf-und-steckenpferd-teil-3914561 und http://hotel-paraiso.blog.de/2008/02/14/title~3728327)

Die fertiggestellte 'Cutty Sark' in ihrer neuen Vitrine

Beim Besuch mehrerer Oldtimer-Veranstaltungen (z.B. auch der jährlich wiederkehrenden „Golden Oldies in Wettenberg“) gelang es mir, einige historische Zeitungsausgaben zu ergattern, in denen u.a. die Novemberereignisse von 1963 in Dallas :no: 😥 verkündet werden. Die „Rheinzeitung“ vom 26ten Juni 1948 hingegen verkündet den Umtauschkurs der damaligen Reichsmark im Gebiet der westlichen Alliierten. ❗

JF Kennedy und Elvis gehören diese Ecke

Viele dieser Stücke wurden mir in den 90er Jahren von meinem Nachbarn :wave: ins Haus gebracht und haben nun den Weg nach Paraguay gefunden.
Womit ich in Koblenz einen Schrank in meiner damaligen Wohnung füllte, stattet nun in Villarrica den Salon vom Hotel Paraiso aus, auch wenn ich leider meinen geliebten und funktionstüchtigen „Loewe-Optalux“ vom März 1957 (damals optional: mit Kabel-Fernbedienung!) ❗ zurücklassen mußte… 😥

Loewe-Fernseher 'Optalux' von 1957

Rückblickend erscheint das jahrelange Zusammentragen der ganzen Dinge wie eine zielgerichtete Aktion, die eindeutig späteres Auswandern beinhaltete, und doch war hier „nur“ ein glückliches Zusammenspiel von Gegebenheiten und Möglichkeiten beim allerersten (zufälligen!) Eintreffen im Hotel Paraiso Ende Februar 2005 im Gange!

Fast niemand hätte geahnt, daß alles wirklich heil (und komplett!) den Transport über diese Entfernung übersteht, doch nach der Ankunft unserer Sachen am 2ten Februar 2006 hier im Hotel wurde alles relativ schnell an seinen ihm vorher zugedachten Platz geschafft. Nur wenige (Nacht)-Stunden blieben damals, um alle Bilder wieder in die Rahmen zu stecken und im Raum zu verteilen, doch hat genau dies unheimlich viel Freude bereitet! :yes:

Im letzten Jahre gesellten sich zu den ohnehin schon mitgebrachen Uhren noch einige mehr; 8| aus einer Kiste, gefüllt mit Werken und Gehäusen gelang die Wiederherstellung einiger zusätzlicher Zeitmesser aus verschiedenen Jahrzehnten, die nun ebenso im Raum verteilt ihren Dienst tun.

Die 'Dresdenwand' in unserem SalonDie Frauenkirche Dresden vor der Zerstörung am 15.02.1944

Trotzdem fiel uns natürlich damals die Entscheidung schwer, was mitgeholt wird und was zurückbleiben muß. Und doch haben schon zurückgelassene Dinge den Weg wieder zu uns gefunden…! :p

„Im Menschen ist nicht allein Gedächtnis, sondern Erinnerung.“ So hoffen wir im Sinne Thomas von Aquin’s auf noch manche frohe Stunde -auch bei der weiteren Komplettierung unseres Salons!- inmitten der vertrauten Sachen!

Mit vielen Grüßen verbleiben wir wie immer als Euer Team von „OUTLAW TODAY“! :wave:

Und das haben wir daraus gemacht

So sah der Salon übrigens vor unserer Übernahme aus:
Der ursprüngliche Zustand des Salons, als wir die Pacht zum 01.08.2005 übernommen haben

HOTEL-RESTAURANT PARAISO
Villarrica, Paraguay
http://www.hotel-paraiso.de