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Alt. Eisen.

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„Das Leben gleicht der Eisenbahn.
Je flacher das Leben, desto schneller die Fahrt.“ :yes:

Diesem Sinnspruch aus den „Fliegenden Blättern“ ist zu entnehmen, daß die damals verantwortlichen Redakteure schon den Unterschied zwischen „flachen“ und ereignisreichem Leben erahnten – leider ging die Fähigkeit zum unterscheiden-können im Laufe der Zeit den meisten Leuten wohl verloren…. B)

Geblieben sind Anreize & Verlockungen für speziell „flache“ Leben, die Eisenbahn als Solches und -bisher- Deutsch als Amtssprache sowie weltweit Einrichtungen, die das Leben in vergangenen Epochen aufzeigen: wenngleich auch diese Museen genannte Häuser stark über Besuchermangel klagen.

Ob sich die 60 km von uns entfernte Örtlichkeit in Sapucai als Museum titulieren darf, sollte jeder für sich entscheiden: im kulturell eher unterbereicherten Paraguay stellt es sich schon als Fortschritt dar, daß Gelder in historische Stätten der sonst soo stolzen 200jährigen Landesinhaber fließen und da auch noch auf -nahezu- undurchlässigen Boden treffen… B)

Einerlei – für Eisenbahnfans lohnt sich ein Besuch im ehemaligen Ausbesserungswerk Sapucai allemal; und mit Freude läßt sich registrieren, daß altes und nicht mehr genutztes Gerät eben nicht mutwillig dem Zerfall anheimgegeben werden muß. :p

Von 8 Uhr in der Frühe bis 18 Uhr – abzüglich der Mittagsstunde (gepaart mit dem paraguayischen Zeitbegriff) sind hier Rundgänge möglich: Ausländer (ohne Cedula) zahlen am Eingang im Gegensatz zu einheimischen Besuchern das Doppelte, nämlich 10tausend Guaranies, während Ortsansässige einen Gratiseinblick in die Wirkungsstätte ihrer Vorfahren erhalten. 😮

Seit unserem ersten Besuch hier Anfang November 2008 hat sich wirklich ’ne Menge getan, und viele Erinnerungsstücke, die die längst vergangenen Tage dieses Bahnbetriebes erklären, sind hinzugekommen. :yes:

Gerüchte, alles wieder zu beleben und eine Neugründung des paraguayischen Schienennetzes anzustreben, lassen gutgläubige Menschen immer wieder aufhorchen…daß vielleicht eines Tages doch…… U-( :)) :))

Damit verbleiben wir wie immer mit den besten Grüßen und Wünschen als Team von „OUTLAW TODAY“! :wave:

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J.M.F.

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„Noch schneller, noch schneller, noch schneller
Dem eigenen Schall hinterher –
Sie könnten’s nicht ertragen,
Wenn der andre noch schneller wär“,
klagte der allseits bekannte Heinz Erhardt :p ,
dessen 100ster Geburtstag ❗ sich Ende Februar jährte.

Über 120 Jahre ❗ lang bestimmt nun der motorisierte Wagen unser Leben, und schon beinahe von Anfang an diente das Auto -damals noch dem Menschen untertan- 😮 dazu, Rennen auszutragen, um den schnellsten und wagemutigsten Fahrer zu ermitteln.

Am 14ten April 1929 gewann ein britischer Fahrer auf einem 2,3 Liter-Bugatti den Rundkurs durch Monte Carlo, immerhin mit durchschnittlichen 80,8 km/h. 88|

Nur gut 8 Wochen später sollte ein junger Mann seinen 18ten Geburtstag feiern, der viele Jahre später kräftig im Rennsport mitmischen würde:
der im argentinischen Balcarce geborene Juan Manuel Fangio. ❗

Südlich von Buenos Aires befindet sich seit Ende 1986 das vielgepriesene Fangio-Rennsportmuseum, welches als ein Mekka für Geschwindigkeitsfans genauso wie für „normale“ Autofreaks gilt!

Für 20$ Eintritt ist hier auf mehreren Ebenen alles verteilt, was im hochdotierten, schumisteuerflüchtigfreien Wagenrennen der 50er Jahre schon Rang & Namen haben sollte: Maserati, Mercedes und Ferrari – und sogar der Cooper-Bristol 2000 ist darunter!

Wer innerhalb von sieben Jahren 24 Grand-Prix-Siege und 5 Weltmeistertitel abräumen kann, darf sich im rennsportbegeisterten Argentinien ruhig feiern lassen, und wer diese Erinnerungsstätte live gesehen hat, dessen Herz wird sehr wohl höher schlagen beim Anblick der hier ausgestellten Exponate. :p :yes:

Aber auch Motorräder und Nicht-Rennwagen können hier betrachtet werden – so steht an dieser Stelle auch ein ’47er MG 8| und ein 300SL Coupe von Mercedes!

Dauerleihgaben des „Automobilclubs Argentinen“ vervollständigen die Sammlung, die einen guten Überblick über den beginnenden Profirennsport vergangener Tage gibt, als etwa noch Drehzahl-hohe Speichenräder von einer Zentralmutter gehalten wurden und freistehende Räder als normal galten…. 8|

Siegermedaillen, Pokale und Ehrenpreise, die dem Gewinner nach der Zielgeraden in die Hand gedrückt wurden sind hier ebenso wie der Nachbau des Fangio-Büro’s in Buenos Aires oder eine typische Werkstatt aus den Kindertagen des Wettfahrens zu bestaunen wie der Benz-Motorwagen von 1886. B)

Nicht vergessen wurde die jüngste Generation, die mit laut heulenden Motoren und buntbedruckten Plastik-Karosserien von den Problemen der Zeit abgelenkt werden soll, und so finden sich im selben Hause auch die flachen Renner der Gegenwart: XX( entwickelt und erprobt am Computer, 💡 fahren die heutigen Idole um gigantische Preisgelder und Werbeverträge von kariesfördernden Erfrischungsgetränken oder datenweitergebenden Telefongesellschaften.

Alles in allem ist der Besuch in diesem Museum nur zu empfehlen – schon allein der vielen seltenen Exemplare wegen! => die hoffentlich nie der geistlosen Abwrackgeldgier zum Opfer fallen.. ❗ :##
Wie immer mit vielen Grüßen – Euer Team von „OUTLAW TODAY“! :wave:

Und nun lassen wir die Bilder sprechen….

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Wer jetzt noch nicht genug hat :>> , kann ja hier auch einen virtuellen Rundgang starten: http://www.museofangio.com/

Und wer dann immer noch Lust auf historische Fortbewegungsmittel hat, dem sei die neueste Ausgabe des deutschen Comic-Magazins „ZACK“ empfohlen.

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Paraguay- damals wie heute…

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Historische Quellen geben den 30ten Januar 1721 als den Geburtstag von Bernardo Bellotto an, der sich später den Namen „Canaletto“ zulegte und mit seinen Darstellungen der Innenstädte von Warschau und vor allem von Dresden und Pirna weltberühmt wurde.
Bellotto verließ stets seine Wirkungstätten, wenn die politischen Verhältnisse ungewiß wurden und die Aussichten auf Verbesserung der persönlichen Situation oder auf neue lukrative Aufträge fehlten.
Auch wir haben unsere Heimat mitunter aus diesen Gründen verlassen.
Deshalb verbindet unser heutiger Bericht einmal mehr unsere eigene Auswanderung mit historischen Ereignissen, die Deutschland und Paraguay verbinden.

In unserem vor kurzem erschienenen Beitrag „Wochenend‘ und Sonnenschein“ deuteten wir schon einen Bericht über San Bernardino an, den wir hiermit unserer geneigten Leserschaft vorlegen wollen.

Der Ort San Bernardino am Ypacaraí-See wurde 1881 von deutschen Einwanderern gegründet, die ihren Ort ursprünglich aber „Neubayern“ nannten.
Die offizielle Umbenennung zu „San Bernardino“ erfolgte erst nach dem Ersten Weltkrieg, zu Ehren des Generals und paraguayischen Präsidenten Bernardino Caballero.

In San Bernardino werden im vom Ort selbst verwalteten Museum „Casa Hassler“ persönliche Dinge von deutschen Familien gezeigt, die vor mehr als 120 Jahren nach Paraguay einwanderten.
Schon damals sahen viele Deutsche keine Perspektive mehr in der alten Heimat und suchten ihr Glück in der Ferne auf einem anderen Kontinent, um einem räuberischen Staate zu entkommen…
Im Vorraum werden viele Fotos gezeigt, die diese Auswanderer in der neuen Heimat zeigen; Bilder von einem Badeausflug sind genauso dabei wie Stadtansichten der damaligen Zeit.

Im Ausstellungsraum selbst werden persönliche Dinge wie Kleidung des ausgehenden 19ten Jahrhunderts inclusive mitgebrachter Seidenschuhe, aber auch einfache Küchengeräte wie Pfannen, Töpfe und ein blecherner Kaffeeröster präsentiert. Genausowenig fehlt auch „Meyers Konversationslexikon“, die obligatorische „Singer“-Nähmaschine und die deutsche Aussteuerkommode, in der damals viele wichtige Habseligkeiten nach Südamerika verschifft wurden.

Nach wenigen Jahren der Etablierung auf unserem Kontinent wurde auch damals nicht versäumt, irgendwann wieder die deutschen Traditionen wiederauferstehen zu lassen: den Beleg dafür liefert die Fahne vom „Deutschen Verein San Bernardino 1899“. Nur 15 Jahre später sollte im fernen Europa das Schießen auf hölzerne Scheiben unmodern werden…

Den in hölzernen Regalen gezeigten Instrumenten wird niemand mehr einen Ton entlocken können; sie zeugen von manch geselliger Stunde und von dem, womit dieses fröhliche Miteinander im Wirtshaus manchmal beendet wird…

Aber am meisten faszinierte mich, daß auf dem historischen Globus das Land Paraguay – einfach nicht existierte!
Dies liegt wohl daran, daß damals viele hundert Finger auf die Stelle tippten, um ihren zurückbleibenden Lieben zu zeigen, wo denn der Ort ihrer Sehnsucht überhaupt liegt…und so Paraguay nach und nach weggeschliffen wurde! (Glücklicherweise nur auf dieser runden Weltkarte!).

Alle ausgestellten Dinge wurden dem Museum von den hier lebenden Nachkommen der damals Ausgewanderten zur Verfügung gestellt; und so erfährt die Nachwelt, wie damals unsere Landsleute ihr neues Leben in Südamerika begannen.
Aber erstaunlicherweise ähnelt das mitgebrachte Gut von damals dem Mitgebrachten von heute: Werkzeug, Kleidung, Schuhe und Küchengeräte!
– (und in unserem Falle auch deutsche Bücher!).

Alles in allem war es ein interessanter Nachmittag, und hier wurde schon der nächste Ausflug geplant – doch davon später…

„Wir mögen die Welt kennen lernen, wie wir wollen, sie wird immer eine Tag- und eine Nachtseite behalten.“ Dies sind Goethes Worte zum Abschluß für heute.

„OUTLAW TODAY“ wünscht noch einen schönen Tag und verbleibt wie gewohnt mit vielen Grüßen!

Casa Hassler, das MuseumLandhaus in San BerPension Haus WaldfriedenSolitärstein zwischen Hotel Sol und Restaurant AlpinnoHotel del Lago 1888 von Guillermo Weiler erbautErste deutsche Grundschule mit Schülern und LehrernVereinsgründung des Deutschen VereinsSchöne StickarbeitReisekofferHandwerkszeug
Aus dem AlltagUmlenkrollen einer MetzgereiHandgemachtes Bilderbuch von 1924Tuba und TrompeteBrennscherenFeine Handschuhe und StiefelettenUnterputzdose und anderesDinge des Alltags?!?KonversationslexikonErdkugel OHNE Paraguay

http://de.wikipedia.org/wiki/Bernardo_Bellotto

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