Schlagwort-Archive: Karneval 2018

Bunte Puppen, Kerle mit Fäusten

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Seit nun 59 Jahren lümmelt sich Barbie, blond, nüchtern und faltenlos wie am ersten Tag und unverbindlich lächelnd auf den Ladentheken dieser Welt rum und stiftet mit schmalem Hüftplastik und sittsam-ängstlich zusammengekniffenen Beinen junge Mädels nicht zur Schwangerschaft, sondern zur Magersucht an; ich gestehe, damals nicht mitbekommen -oder ggf. strikt ignoriert- zu haben, daß Barbie´s Stammhaus vor neun Jahren „Erika“ merggel als vormalige Stasizuträgerin und aktuelle Gründerin eines Apartheidsstaates für die auf deutschem Boden Verbliebenen & Verbleibenden mit einer Sonderedition in Bezugnahme auf deren Vorbildwirkung für aktuell lebende Frauen (…ein weiteres Mal abzüglich der Schwangerschaft..) geehrt hat: Gerüchte, wonach als in Statur, Frisur und vor allem Geist gleich, Ilse Koch vom Ettersberg im nächsten Jahre zum 60ten das passende Mattel-Sondereditions-Ergänzungsstück zu „Erika“ bilden wird, werden immer lauter und erscheinen nur folgerichtig…. 🙂

 
Doch nun schnell den Sprung getan zu anderen, viel lebendigeren Puppen, wenngleich diese nicht in jedem Fall blond, nüchtern oder gar faltenlos erschienen…!

…sollte ich beim letzten Mal tatsächlich nicht erwähnt haben, daß sich ein zweites, mit anderer Kamera entstandenes Bildersammelsurium vom ersten Carnavaldurchzug Villarrica´s anschließen wird..?
Bevor also nun nochmals der bunte Fotoreigen eröffnet wird, noch einige Worte dazu: angesichts dunkler Regenwolken, die sich seit Stunden über die Stadt gelegt haben, besteht die Mööglichkeit, daß sich das geplante Carnavaldoppel in einen Einzelfall verwandeln könnte; wünschen wir den Stadtvätern-und mütterinnen dennoch einen Umzug, der Einnahmen in die Kassen strömen läßt… Stand Samstag 17.14 Uhr: REGEN. 😦

Und um den ganzen Text nun am Dienstag zum Abschluß zu bringen, hier eine kleine Zusammenfassung: so wie in der Wetterprognose angegeben, ließ der Regen gegen neun Uhr abends fast ganz nach und dem mehr oder weniger lustigen Treiben stand nichts weiter als die -vielleicht geplante…- Lustlosigkeit der Veranstalter im Wege.
Allerdings hielt das schon erwähnte konsequente Boykottverhalten der potenziellen Zuschauer auch an diesem zweiten Karnevalstag an; die Stadt füllte sich mit Leuten, die lieber privat veranstalteten Vergnügungen frönten, als daß in Eintrittskarten verwandelte Einnahmen in die bereitgestellten Stadtkassen flossen…
Die Macher des zweiten und schon wieder letzten bunten Abends nahmen´s gelassen und ließen die Zuschauer auf den Sitzbrettern links und rechts der kurz gehaltenen Strecke einfach auf weniger als eine Armlänge zusammenrücken, um den unbestechlichen Kameraobjektiven gefüllte Ränge zu suggerieren – mit einem kleinen Kniff den Abend gerettet, könnte man sagen.
Doch weit gefehlt – das nächste Ding reihte sich unerbittlich ein: der Asuncióner (!) Chef vom Villarrica-Orga-Team bekam eine Ladung des hier obligatorisch am Karnaval klebenden Schaumes ab; daraufhin kümmerten sich dessen Gorillas um den Übeltäter, infolgedessen einige Augenzeugen/Beteiligte vom Stamm der zusammengeschobenen Zuschauer solidarisch die Kampfstätte mitsamt dem aufgegriffenen und mit einem Platzverweis ausgestatteten pösen Attentäter verließen – selbst Asuncióner Zeitungen verstehen die ganze Aufregung um Schaum, Geschrei und Rangelei nicht.
Leider könnten Schlagzeilen dieser Art dazu führen, daß man im nächsten Februar dann lieber mit einem vereiterten, seit Tagen klopfenden Backenzahn zu einem Doktor geht, als nochmals Villarrica´s Carnaval zu besuchen…

Zu diesen ganzen Dingen kommt noch die Aussage einiger Leute aus wohlinformierten Kreisen, die über einen Verkauf von Villarrica´s  Planungsetage berichten; dies könnte das halbherzige Ergebnis zum weiteren Teil ebenfalls erklären….

Und vielleicht kommt eines Tages ja wenigstens ein Teil der Wahrheit ans Licht; bis dahin sollte Villarrica´s Carnaval schnellstens neu geboren werden..! 🙂
Andererseits – mit dem Wegfall der bunten Umzüge ergäbe sich die Marktlücke, Villarrica durch eine neu installierte, jährliche Autoausstellung oder gar durch einen Tauschmarkt für Kissenschoner, Topflappen & Häkeldeckchen nochmals berühmt zu machen. 🙂

Damit verbleiben wir wie immer mit den besten Grüßen & Wünschen als Team von „OUTLAW TODAY“!

                            

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Geh‘ nicht in die Stadt…heut‘ Nacht

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„Schau mit beiden Augen, schau.“
Dem nun 190jährigen Franzosen Jules Verne ging´s mit dieser Aufforderung vermutlich vordergründig um den Blick auf die umwälzenden Neuerungen und technischen Erfindungen seiner Zeit; nehmen wir uns die Freiheit, kurzerhand dieser Aussage ein anderes Ziel zu verpassen, vor allem aber den Blick auf den Trubel um den hiesigen Carnaval vom vergangenen Wochenende zu richten: oder auf das, was vom einstigen bunten Reigen -zumindest beim ersten Durchlauf- übriggeblieben ist.
Vorab sei versichert, daß eine in diesem Jahre eher herb ausfallende Kritik keine Schlechtmacherei darstellen soll; wohl aber scheinen die wichtigsten Geschichten um die freizügigen, nunmehr auf zwei Nächte reduzierten Umzüge Villarrica´s HINTER den privaten/stadtverwaltenden Kulissen abgelaufen sein… 😦
Nur das Wetter in dieser Nacht war noch besser. 🙂

Daß der offizielle, für 21 Uhr festgelegte Start zu jedem anderen (späteren..) Zeitpunkt als neun Uhr stattfinden würde, ahnt jeder, der schon bisle länger hier lebt; wenn allerdings nach dem Eintritt um 22 Uhr durch die 90tausend-Guaranie-Pforte der Blick auf immerhin etwa 150 gelangweilte Zuschauer fällt, die weniger Lärm machen als Da Vinci´s Mona-Lisa-Bild, kommen arge Zweifel auf, obs nicht besser wäre, die Ticketkosten zu vergessen, in der Innenstadt was essen zu gehen und sich später im Ohrensessel dem Fernsehprogramm zu widmen..
Die in diesem Jahre weiter gekürzte, zu absolvierende Strecke ließ den Argwohn entstehen, daß Villarrica auf der anderen Seite der Stadt einen zweiten, VIP´s vorbehaltenen Carnavalbereich etabliert hat; die paar Meter, die dem Umzug gewidmet sind, würde auch kleine Jungs langweilen, die gerade das Fahrradfahren gelernt haben: selbst die fasrigen Bretter der bisher durch ihre solide Stahlkonstruktion bekannten hohen Zuschauertribünen wurden 2018 woanders benötigt: entweder um das Geld beim Auf- und Abbau zu sparen oder den Grill des Bürgermeisters zu speisen….

Dennoch ließ sich zu vorgerückter Stunde der Umzug nicht mehr verhindern; die einstigen Brahma-Mädels, die vor Jahren existente Zuschauerscharen tänzelnd auf kommende lange Beine und kurze Kleidchen vorbereiteten, waren an diesem Abend freigestellt; vielleicht zahlte Encarnación´s närrische Gesellschaft auch mehr: selbst der neue, als vollschlank einzustufende Rey Momo besaß keinen dickeren Leibesumfang als jeder durchschnittliche Bäckereibesitzer und muß sich also seine Berühmtheit erst anfressen oder Krone, Szepter und weite Hose beim nächsten Mal wieder zurückgeben.

So erstaunte kaum, daß die üblichen Fotoposings Rey Momo/ neueingesetzte Prinzessin für die wartende Belegschaft auf den Sitzgebilden rechts und links des Streckenkürzels zugunsten eines zügigen Ablaufes der kompletten Veranstaltung schlichtweg ausfielen; früher anfallende Kosten für die dreirädrigen federgeschmückten, fast meterhohen Gestelle, die sonst von den Tänzerinnen hinterhergezogen wurden, entfielen ebenfalls in diesem Jahr: in wenigen Jahrzehnten sind diese Gestelle -dann ohne Federn, aber VOR der Person- hoffentlich wieder vorhanden, um sich beim Gehen draufzustützen: wahrscheinlich sind dann neben der Schnabeltasse an der rechten Armlehne sogar zwei große Räder dran, um drin sitzen zu können…
Im Verlauf des Abends kristallisierte sich vage das Thema „Zirkus“ heraus; ein angefertigter Käfig, der zwei starr blickende Giraffen -für Tierfreunde: nicht ausgestopft, sondern extra angefertigt!- enthielt, ließ darauf schließen. Und natürlich der menschliche Feuerspucker: dessen vorige Testreihe auf dem benachbarten Parkplatz, mittels Schluck von flammenfördernder Flüssigkeit aus der Pulle gelbe Brandschwaden zu erzeugen, ließ wegen der herüberziehenden Geruchswolken zunächst den Verdacht aufkommen, der eingesetzte kleine Kamerahelikopter vom städtischen TV-Sender wäre Minol-Dieselbetrieben; meingott, ich bin `67er Jahrgang, woher soll ich diesen neumodischen Kram kennen..?!
Zu meiner Zeit hielt man sich beim knipsen noch den Apparat vors zugekniffene Auge. Nicht mal mehr ein graues, hoffnungslos verknotetes Kabel verband die fliegende Kamera und den Mann am Boden…wie weit sind wir nur gekommen..?

Immerhin existierten noch die Extraeinlagen an Tanz und weiteren Körperverrenkungen, die vorm erhöhten Podium der Jury abgehalten wurden; von oben aus ließ sich die reduzierte Bahn also leicht komplett überblicken, um später einen Gesamteindruck zu bekommen und den Tanzgewinner zu ermitteln. Glücklicherweise erhöhte sich die Zahl der Zuschauer im Laufe des Abends etwas – vermutlich hatte trotzdem jeder die Aussicht, drei oder vier verschiedene Plätze auszuprobieren oder sich lang auszustrecken, ohne jemand zu stören…

So rieselten zweieinhalb Stunden der Nacht -in gewohnter Form ohrenbetäubend- durchs Stundenglas; als in unmittelbarer Sichtweite kein Folgewagen mehr erschien, stand der Entschluß schnell fest, denn doch noch außerhalb was essen zu gehen – in Karnevalsnächten kein Problem: quer durch die Stadt auf dem Rückweg fiel dazu auf, daß noch nie soviel Leute die Stellflächen mit lautmusizierenden Privatfahrzeugen & privaten Funkemariechen belegten; dies würde Gerüchte unterstützen, die von teils die städtische Veranstaltung boykottierenden Zuschauermengen wispern: Prinzessinschieberei sollte geheim erfolgen – oder gar nicht. 🙂

Doch nun endlich eine Bilderfolge – und damit verbleiben wir wie immer mit den besten Grüßen & Wünschen als Team von „OUTLAW TODAY“!

                              

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Gleich jeht et loss..!

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„Geißler wird nicht Verteidigungsminister, eher wird Rita Süssmuth deutsche Schönheitskönigin.“ 🙂
In Zeiten, wo das Fehlen eines bayrischen Strauß` nicht nur in rhetorischer Hinsicht täglich offensichtlicher wird, gewinnen eingangs erwähnte Worte durch die allgemeine aktuelle Zersetzungsakzeptanz der Bewohner der deutschen Lande noch den Charme einer vergangenen Zeit hinzu; müßig, sich über die dortige „Zukunft“ weiter zu verbreiten… Vermutlich aber hätte Franz Josef bei einer Wahl zwischen Rita S. und oben gezeigter Dame weder Heiner Geissler noch Rita mehr gekannt und auch den Milliardenkredit vergessen… 🙂

So erscheint auch in unserm nun 13ten im Binnenland verbrachten Jahre der Schritt, `drüben wegzugehen, weiterhin als richtig: nachdem nun also auch der Januar zur Hälfte vollbracht wurde, steht als nächstes der jährliche leichtbekleidete Rummel um den Karneval an. 🙂
Dazu fand am vergangenen Samstag in einer hiesigen Discothek die Wahl zur üblichen Karnevalskönigin samt ihrer zwei Gehilfinnen, die sich dann Prinzessinnen nennen, an.
Und wer das allgemein übliche Zeremonium dazu kennt, weiß, daß es sich dabei schnell um einen Stundenmarathon handeln kann… 🙂
Die Kandidatinnen werden einzeln vorgestellt (..sei ja akzeptiert..), lassen sich zunächst in eher geschlossener Kleidung (…hm…müßte ja nicht sein..) über den Laufsteg schicken, danach in knapper Badebekleidung und zum Aaaabschluß kommen dann die authentischen Kostüme der Veranstaltungen auf deren Leib: warum nicht gleich so..? 🙂

Die mehrköpfige Jury prüfte alle Auftritte und Durchgänge teils aus verschiedenen Blickwinkeln, vor allem aber mit kritischem Auge; dennoch war am Ende schnell klar, wer als eindeutige Gewinnerin den Titel einer Königin tragen wird: Macarena Avalos ist die wirklich strahlende Siegerin. 🙂 🙂

  
Gekonnt ist gekonnt -hat sie doch schon reichlich Bühnenerfahrung bei den obligatorisch- unsäglichen Trällerwettbewerben im hiesigen TV gesammelt. Aber vielleicht ist es nur fair, die übrigen Kandidatinnen hier nochmals vorzustellen… 🙂

       

Dennoch scheint sich auch im Karneval Villarrica´s einiges zu ändern: der „alte“ Rey Momo wurde in diesem Jahr getauscht, und auch die bisher aus Freitag UND Samstag bestehenden Termine wurden -nach bisherigem Kenntnisstand!- auf jeweils nur Samstag geschrumpft: soll doch der Konkurrent in Encarnación mit seinen terminlich gleich gelegten, auf sechs Veranstaltungen gewachsenen Partys weiterhin vorpreschen.. 😦

 

Villarrica´s Carnaval also am 3. und am 10ten Februar! 🙂

Damit verbleiben wir wie immer mit den besten Grüßen & Wünschen als Team von „OUTLAW TODAY“!

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