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Oma´s Waschbrett dringend gesucht!

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Vielleicht sollte man diese ganze Geschichte einfach vergessen; immerhin sind seitdem mehrere Tage vergangen, und ich glaube, für das ganze Ding wird niemand mehr als nur wenig Interesse aufbringen: andererseits hängt ja von diesem Tage ab, ob mir der „Fang“ einer für mich perfekt scheinenden Vitrine für Modellbau & Co. gelingen wird – aber welcher Teil der Vorgänge ins Licht gerückt bzw. besser verschwiegen werden sollte…nun, mag der Leser darüber entscheiden…

An diesem sich wenig später so sonderbar gestaltenden Tage hatte ich wenig Lust verspürt, überhaupt das Haus zu verlassen, da ich seit Tagen damit beschäftigt war, ein Problem zu lösen, welches bisher den Start für das schon oft angekündigte Panzer-IV-Diorama verhinderte; besonders der Leser aus Bliesen wird ahnen, was gemeint ist.. 🙂

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Dennoch – der Hinweis auf günstigen Wechselkurs in Verbindung mit dem anstehenden Kauf einer neuen hauseigenen Waschmaschine sorgte kurz darauf, daß die tragenden Darsteller folgenden Stückes auf der Bühne bzw. in dem innerstädtischen Gerätekaufhaus erschienen.

Schon nahe des Eingangsbereiches sollte die Grundlage für den späteren Verlauf entstehen: eine auf ihre Abholung wartende Ausstellungsvitrine eines Uhrenanbieters erweckte mein vollstes Interesse; in derem Inneren ließen sich -auch noch beleuchtet!- problemlos sämtliche (..auch die bislang erst geplanten..) Modelle unterbringen..!

Währenddessen wurde auf einem Nebenplatz des Geschehens das Folgemodell besagter Waschmaschine ausgesucht. Offen gesagt – nur widerstrebend ließ ich mich nach einer halben Stunde von „meiner“ Vitrine loseisen und so nahm auch ich am Reigen um das klassische Ausschluß-Auswahlverfahren für den weißen Waschwürfel teil.

Erwartungsgemäß gut vom bewährten Rabatt-chef des Geschäftes beraten, kam nur ein zehn-Kilo-Wäschemodell eines namhaften Herstellers in Frage; Firmen, die bisher ausschließlich mit der Herstellung von Badewannenstöpseln oder rein mechanischen Gestellen für Regenschirme weltweite Aufmerksamkeit erregten und erst seit kurzer Zeit Ambitionen auf den ersten Platz am Waschmaschinenmarkt hegten, wurden dabei bewußt „aussen vor“ gelassen.

Gleichfalls (..so zumindest die Absicht..) kam eine der hierzulande nicht unüblichen Kaltwaschmaschinen nicht in die engere Auswahl; erhältlich schon ab knapp 600tausend (Quoten-)Guaranies dürften bei den meisten dieser Modelle etwa zehn Taschentücher für Überfüllung/Überanspruchung der Plastiktrommel sorgen.

Gesagt, getan & für knapp 3 Millionen Guaranies gekauft: die für den Spätnachmittag angekündigte Lieferung „der Neuen“ wurde eingehalten, und pünktlich 16 Uhr konnte die Neuerwerbung von dutzenden Kilo´s Verpackungsmaterial enthüllt und an den zukünftigen Standort verbracht werden.

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Die übliche Aufforderung „Kapelle-ein Tusch“ allerdings mußte im letzten Moment unterbleiben, da sich nun deutliche Verbindungsprobleme ergaben:

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Der sich glücklicherweise im Hause aufhaltende Elektrik-Strippenzieher, bisher mit anderen Arbeiten beauftragt, wurde da abgezogen…und siehe da, nach einer halben Stunde befand sich die passende Steckdose an Ort & Stelle: bewußt wurde auf die landes-/handelstypischen, Steckdose- und Gerät-verbinden-sollenden Schmelzadapter verzichtet.

Frage: WER liest denn heutzutage noch Bedienungsanleitungen..??!!
Strom liegt an, Wasser rauscht rein, und los geht´s!

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Um ehrlich zu sein: erst die an diesem Abend beschäftigte Angestellte, soeben zur Wäscheoberaufseherin beförderte junge Frau stellte nach erstem Wäschedurchgang -und vermutlichem Handbuchstudium- die reichlich sonderbar klingende Diagnose: „…dies ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Kaltwaschmaschine…“.

Oh!

Die mit der Untersuchung dieser Vorgänge beauftragte Einmann-Kommission kommt nach langwierigen Untersuchungen, strengen Verhören und eisernem Dahinterleuchten im abschließenden, einige Dinge dabei unabsichtlich 🙂 verdunkelnden Gutachten zu dem Ergebnis, daß irgendetwas schief gelaufen zu sein scheint.
Hm.
Interessant dabei scheint, daß einige der sich daraus ableitenden Fragen durchaus Paradoxon-Qualitäten aufzuweisen haben: etwa – wer bezahlt drei Millionen für eine KALTwaschmaschine..?!
Und vor allem: welcher Hersteller erwartet, damit Geld zu verdienen? – und es funktioniert sogar!!

Die an selbigem Abend sich ergebende, stellenweise hitzig geführte Debatte („Gehen wichtige neue Welttrend´s an Paraguay vorbei?“) ließ ausreichend Platz für tiefer gehende Diskussionen und Bedarf an weiterführenden Informationen erkennen: sollte man nach nun knapp elf Jahren Daueraufenthalt in Paraguay einen globalen Trend zur maschinellen Kaltwäsche schlichtweg verpennt haben..?
Eine zu diesem Thema noch telefonisch (aufgrund der offensichtlichen Wichtigkeit dieser Frage spätnachts aus dem Schlaf gerissene) befragte bekannte Berliner Buchautorin mit Kenntnis fernöstlicher Lebensweisen erklärte dazu, daß im Lande der aufgehenden Sonne beispielsweise & teilweise entweder kalt gewaschen wird – oder über einen zweiten Anschluß gar warmes Nutz-(etwa Badewasser!-) wasser in die Maschine eingelassen wird. – Die Option einer „normalen“ Waschmaschine haben die Japse `türlich auch längst, keine Frage… 🙂
Seltsamerweise wurde bei der Rückfrage, ob es in Japan einen Markt mit in Thermosflaschen vertriebenem Badewasser zu erobern gäbe, von der befragten Autorin die telefonische Verbindung anscheinend abrupt unterbrochen.

Doch zurück nach Paraguay: stimmt tatsächlich – auch hierzulande gibts optional rückseitig angebrachte ZWEI Anschlüsse zur wässrigen Mehrfachnutzung/ (Warm-)Heißwassereinspeisung statt maschineller Eigenheizung.

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So blieb nur der wiederholte, diesmal kopfgesenkte Weg in eingangs erwähntes Verkaufsgeschäft; als Termin wurde eine morgendliche Stunde ohne allzuviel Publikumsverkehr gewählt… 🙂

Und da stand sie ja noch, „meine“ Vitrine: bislang leider quasi zementiert in dem Laden….Kaufverhandlungen liegen derzeit in weiter Ferne…

Abschließend läßt sich sagen, daß der Austausch der Maschinen reibungslos vor sich gehen konnte; nach entsprechender Neuauswahl einer HEISSwäsche liefernden Gehilfin und dem Wechsel beider Teile ließ sich feststellen, daß zumindest der anfangs ausgeführte Umbau der Steckdose schon mal nicht falsch war. 🙂

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Nun könnte man als Message „Viel Lärm um nichts“ anbieten und sich nach Bewältigung dieser ganzen Geschichte zurücklehnen – wüßte man nicht, daß meist auch der nächste Tag spannende „Filme“ bereithält. 🙂

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Damit verbleiben wir wie immer mit den besten Grüßen als Team von „OUTLAW TODAY“!

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HOTEL-RESTAURANT PARAISO
Villarrica, Paraguay
http://www.hotel-paraiso.de
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