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Stadt, Schmuggel, Schuhe

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„Einmal sehen ist besser als hundertmal von etwas reden hören.“
Dem Anfang Oktober 1992 verstorbenen vierten Chef der brd-GmbH Herbert Frahm, besser als Willy Brandt bekannten spdler soll dieser Ausspruch entschlüpft sein; aktuell „seine“ sich sozialdemokratisch nennende Einrichtung in Augenschein -und wär´s nur noch einmal zum Schlechtwerden- zu nehmen, würde Brandt wohl schnell ins Dunkel des Grabes zurückkehren lassen – also lassen wir ihn da und wenden wir uns in gewohnter Weise dem hiesigen südamerikanischen Trubel zu: um zunächst ein weiteres Mal vor eingangs erwähntem Zitat zu stehen.
Im Zusammenhang mit unser binnenländischen Hauptstadt Asunción liegt die Betonung auf „EINMAL sehen“; zumindest behaupten dies die Aussagen der meisten neuzugereisten Landsleute.
Dem ist eigentlich zuzustimmen; in Anbetracht der sich darbietenden, im Schrittempo agierenden Blechlawinen fällt schnell die Beschaulichkeit der meisten außen liegenden Städte auf – und diese geräuscharme Rücknahme des täglichen Theaters nimmt man gern in Kauf, wenn man nicht uuunbedingt in Marito´s Präsidentenstadt muß.
Dennoch überrascht jeder jährlich zu absolvierende Besuch durch die Veränderung, die mit dieser Stadt geschieht – an dieser Stelle nun einige Schnappschüsse, die im vorüberfahren Mitte dieser Woche mittels einer kleinen Digiknipse entstanden: auch Asunción verfügt also über Gebäude, die mehr als 10 Stockwerke schon seit Jahren aushalten; vermutlich das erste Mal werden auf diesen Seiten Bilder vom hiesigen World Trade Center abgebildet. Selbiges übrigens erreicht Mitte December nach vier Jahren Bauzeit seinen dritten Geburtstag; als Kosten findet man oft die Summe von etwa 70 Millionen US $.

 

Gleichzeitig gesellen sich natürlich -in einem anderen Viertel- auch ganze Bezirke, wo Handel getrieben wird dazu: und wenn man jetzt noch den Faktor „angrenzende Staaten“ hinzuzieht, dürfte den meisten klar sein, wie freizügig der Warenverkehr gehandelt wird/ist.  🙂
Nahezu zahllose kleine Geschäftslokale bieten eine Fülle von Dingen an;  wie der Geschäftsinhaber durch diese Produktauswahl leben kann -noch dazu mit mehreren Familienmitgliedern!- wird wohl ewig sein Geheimnis bleiben….
Doch ab & an zieht die Staatsmacht an und durchsucht so wie in dieser Woche einen Teil der bunten Märkte: das (nächtliche) Ziel von Anfang Oktober war der bekannte hauptstädtische Mercado 4.
Der Grund dieser Razzia lag in verschiedenen Anzeigen der auf legaler Basis arbeitenden Geschäftsleute; vorsorglich standen die Vertreter der Staatsanwaltschaft unter starkem Polizeischutz. Selbiger wurde erst dann benötigt, als die beschuldigten Handeltreibenden sich zur Gegenwehr mittels lautstarken Protesten und vor allem lichtspendender Pyrotechnik (…eben wegen der späten Nachtstunde..) entschlossen; in einem vorrangig agrartechnisch produzierenden Land mit etwas wenig, aber immerhin wachsender Industrieproduktion die (geschmuggelte..) Geschäftsgrundlage zu entziehen, nun, dieser Gefahr wird sich wohl eine Vielzahl der von Steuereinnahmen (und dem Verkauf von geschmuggelten Waren..) lebenden Politiker bewußt sein – dies dürfte die hinreichende Garantie dafür sein, daß die Kontrollen demnächst sanft entschlummern…
Daß ein Staat ohne sprudelnde Steuereinnahmen kaum leben kann, läßt sich der gewerbetreibenden, ansonsten lebenslustigen Bevölkerung wohl nur nach längerer Ausbildung in ökonomischen Grundlagen erklären….
Der Staatschef, dem diese Aufgabe zufallen wird, erblickt in etwa 35 Jahren das Licht der -dann vielleicht noch bestehenden- Welt.. 🙂

 

   

Hinzugefügt werden sollte noch, daß das Resultat der erwähnten Razzia in 50 Säcken brasilianischer Schuhe bestand, deren Herkunft in zollrechtlicher Hinsicht ungeklärt war.. 🙂
Sonderbarerweise machen derzeit -offensichtlich- geleakte Bilder in diversen Netzwerken die Runde, die Vertreterinnen besagter Staatsanwaltschaft mitsamt diesen beschlagnahmten Schuhen in privatem Rahmen zeigen; bislang konnte nicht geklärt werden, ob diese Bilder „echt“ sind: dennoch wollten wir dies der geneigten Leserschaft nicht vorenthalten und quasi schonungslos darüber berichten…

Das Stichwort Bilder lenkt nun das Thema auf den ersten, mittels neuerstandener Certo-Phot belichteten Ilford 400-Rollfilm: vom Labor zugesandte Vorabscann´s lassen Beruhigung aufkommen: keine Lichtleaks in der 60 Jahre alten Kamera! Die Bilder strahlen irgendwie etwas 40er Jahre-Charme ab; die nächste Anschaffung dürfte ein Drahtauslöser werden, der die einzig verfügbare 1/60tel Belichtung dieser Box etwas mehr beruhigt…. 🙂

Damit verbleiben wir wie immer mit den besten Grüßen als Team von „OUTLAW TODAY“!

HOTEL-RESTAURANT PARAISO
Villarrica, Paraguay
http://www.hotel-paraiso.de
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