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Vierter Streich

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„Fliegt der Bauer übers Dach, ist der Wind weiß Gott nicht schwach.“ 88|
Weit davon entfernt, die Seßhaftigkeit oder gar den Lokalpatriotismus der ländlichen Bewohner bezweifeln zu wollen, sollten wir uns doch besser im nunmehr vierten Teil unseres Bauberichtes auf die Beschreibung des weiteren Innenausbau konzentrieren!

Innerhalb weniger Tage -sogar wie abgesprochen!- sah im vergangenen Dezember die hölzerne Ausgestaltung der Innendecke dem Abschluß entgegen; „Nut & Feder“ wurden an ein festgezimmertes Grundgestell genagelt, und so gestaltete sich langsam der „Rest“ der verbleibenden Arbeiten überschaubar und zugleich terminlich berechenbar.
Um dem ganzen eine gehörige Portion Nervenkitzel zu verpassen, flatterten in diesen Tagen unbarmherzig Buchungen herein, die als Termin die ersten Tage des Januar nannten. U-(
Dazwischen lagen also noch die Fliesen- und Malerarbeiten sowie die wohnliche Ausstattung der Zimmer.

Eine dafür bestellte einheimische Bautruppe legte dazu morgens gegen 6.30 Uhr los; untypischerweise wurde der beliebte Terere „zwischendurch“ geschlürft, und am Abend des ersten Tages gegen =>=> 21.30 Uhr ❗ sah die Bilanz nicht mal schlecht aus: bei Größenunterschieden von bis zu 4 Millimetern bei den einzelnen Wand- und Bodenfliesen mußte so nicht nur nach Farbunterschieden und Brennfehlern sortiert werden, sondern es entstanden Stapel, die „Groß“, Klein“ und „mittlere“ Größen enthielten und die so bevorzugt zum Schneiden verurteilt waren. 8|

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Aufgrund der nicht exakten Rechtwinkligkeit der erhaltengebliebenen Grundmauern ergab sich schnell ein Problem beim Verlegen der Bodenplatten: der Einsatz der hiesigen gezogenen Richtschnur reichte da keineswegs; ein Sultan als Bauherr hätte da in gewissen Situationen schnell mehrere seidene Schnüre verteilt…. :##

Bei den nur leicht gemusterten Wandfliesen bestand zusätzlich die Gefahr, daß die Tagesleistung aufgrund des Termindruckes hervorragend genannte werden konnte, aber trotzdem verschiedene Platten abgenommen und GEDREHT wieder eingesetzt werden mußten…. 😉
Aber diese Korrekturen empfehlen sich nur heimlich in einer mondlosen Nacht, bei „Luftalarm!“-verhängten Fenstern und einer mattglimmenden 15-Watt-Energiesparleuchte, denn: => „Mancher Anklagefaden, mit höchster Akribie eingefädelt, reißt, ehe der Vorgeknöpfte festgenäht ist.“
Wahrhaftige Worte des Schweizer Schriftsteller’s Baschnonga!
Denn wer riskiert bei einem halbfertigen Bau schon gerne, daß die Arbeiter zunächst brüskiert und daraufhin plötzlich unsichtbar werden…? 😐

Einen Tag vorm Jahreswechsel war die Anbringung der großen Spiegelfläche im Badezimmer geplant. Zwei Arbeiter der hiesigen „Glas & Spiegel Vanitas GmbH“ mühten sich redlich mit der Silikontube, den großen Saugnäpfen, dem unablässig tönenden eigenen Telefon und einer landestypischen Kapelle, die aus dem Radio ihres nebenanstehenden und stundenlang vor sich hin klackernden Lieferwagens schlurfte.

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Aber ihr ewiges Geheimnis wird wohl immer bleiben, wer von beiden ❓ den sich wohl daraus ableitenden scharf klirrenden Totalverlust der immerhin 99 x 132 cm großen Spiegelscheibe ihrem Chef meldete… :)) Glücklicherweise verhinderten die Sicherheits-Flip-Flops daß alle 20 Zehen abgeschnitten wurden. :>>
Anerkennenswert bleibt trotzdem der schnelle und vor allem ungewohnte kostenlose 100%ige Komplettersatz des Glases! :yes:

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Blieben nur noch wenige Tage für die farbliche Gestaltung und die Einrichtung bis zur Ankunft der ersten Gäste…..

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Damit wünschen wir unseren neuen Gästen morgen einen Guten Flug ❗ und der geneigten Leserschaft ein schönes Pfingst-Wochenende und so verbleiben wir wie immer mit den besten Grüßen als Euer Team von „OUTLAW TODAY“! :wave:

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Dritter Streich

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„Die Eltern bauen, die Kinder wohnen“, sagt man in den griechischen Gegenden, wo Milch und Honig aus dem Boden sprudeln und die deutschen Billionen in selbigem versickern. :##

Dritter Streich 01

Um es gleich vorweg zu nehmen und Irrtümer auszuschließen: an erster Stelle stehendes Bild zeigt nicht etwa einen festlich ausgeschmückten Schulungsraum, in welchem ab sofort die (noch deutschen) Mitglieder der niedersächsischen Landesregierung in „Türkisch“ unterrichtet werden – es handelt sich dabei „nur“ um eine ziemlich zeh-dee-huh-ferne Hochzeit, die am letzten Wochenende hier in Villarrica geschlossen wurde und bei der wir die Ehre hatten, für die Räumlichkeiten und den Service zu sorgen. Wir wünschen an dieser Stelle dem unerkannt bleibenwollenden Brautpaar eine glückliche Zukunft und reichlich Nachwuchs! 😳

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Der vorangegangene zweite Teil des Bauberichtes endete mit der Neuaufteilung und der Aufmauerung auf ein höheres Dachniveau beider neuer Zimmer nach der Beseitigung des alten Dachstuhles; in der damaligen etwas unsicheren Wetterlage erschien eine schnellstmöglichst schließende Neukonstruktion ratsam. 😮

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Als Hauptträgerbalken bot sich ein Teil des vormaligen 37 Meter hohen Internetmastes an, der einige Monate zuvor (durch einen Sturm) demontiert wurde: Down to earth
Begradigt und verstärkt, dient die Gitterkonstruktion nun in der horizontalen liegend dem Halt der hölzernen Dachkonstruktion.

„Die Schule hat ein neutraler Ort zu sein“, forderte kürzlich Aygül. XX( XX(
Wenn man bedenkt, daß praktisch die meisten der beschäftigten Arbeiter auf den hiesigen Baustellen nach der mehr oder eher minder langen Schulausbildung ihre Fertigkeiten in der praktischen Anwendung -unter Nutzung ihres IHNEN ❗ bekannten Werkzeuges- lernen, erscheint plötzlich das Bauvorhaben als gewagte, aber dennoch durchführbare Aktion. Bei welcher man das bei der Auswanderung MITGEBRACHTE teure Arbeitsmittel mit der Hightech-Chromkarbon-Overdrive-Vertikalschneidklinge besser selber anwenden sollte…. >:-( :yes:

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Üblicherweise werden Stromleitungen sowie Wasserrohre meist => NACH dem Verputz verlegt; die dazu benötigten Schlitze bekommt der Beton dann nach ❗ der Trocknung.
Auf Sonderwunsch und nach mehrmaliger Absprache ist es aber mittlerweile oft möglich, Kabel, Verteilerdosen und Plastikrohre für’s kostbare Nass schon => VOR dem Glattputz zu installieren; man sei sich allerdings bewußt, daß dieses Ansinnen die beschäftigten Arbeiter durch die gleichzeitige Koordination zweier Gewerke in denselben Räumen einige Stunden lang etwas irritieren kann..! U-(

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Und wenn dann gar noch gleichzeitig der Schreiner seine Arbeit beginnt, kommt Schwung in die Bude!
Schlimmstenfalls nehmen die Terere-Pausen einen Zeitrahmen an, der sich wie der allererste Kaffee-Besuch im Anzug bei den Eltern der neuen Freundin hinziehen kann… >:-[

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Aber irgendwann sind unter viel Eigenbeteiligung Rohre, Kabel, Dosen, Fenster und Türen an ihrem Platz und der Rohbau steht!
Mitte vergangenen Dezember ließ sich so alles überblicken, und Wand- und Bodenverkleidung sowie die farbliche Gestaltung würden sich unmittelbar anschließen…..

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Bis zum „Vierten Streich“ in wenigen Tagen verbleiben wir auch diesmal wieder mit den besten Grüßen als Euer Team von „OUTLAW TODAY“! :wave:

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Immobilien steigen wieder 2.0

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Haus 01

„Nie wieder Ökohaus“, sagte der Alternative, als er beim Rasenmähen vom Dach fiel. 88|

Diese Aussage unbekannter Herkunft wirft natürlich jahrzehntelange Forschungen diplomierter weißbekittelter, sich rein vegetarisch ernährender Wärmedämm-Experten XX( von bekannten Energiepaßanbietenden Ländern um Ewigkeiten zurück und läßt darüberhinaus alle über das weitere Schicksal des verunfallten im Unklaren: wird er von nun an die todsichere Kernenergiepolitik der „bundesregierung“ :## unterstützen – oder demnächst in Südamerika sein schwedisches Ytong-Haus neben ökologischen Holzanwesen errichten…? |-|

„Lieber ein kleines Dach mit behaglicher Stube als zehn düstere Paläste“ sollen sich die unbekannt gebliebenen Arbeiter der am Nil (und später in Wandlitz-„Volvograd“) 😥 herrschenden Pharaonen zugeflüstert haben; doch trotzdem hat das Bauhandwerk in unseren goldenen Zeiten und hiesigen Gegenden noch güldenen (Guaranie-)Boden.

So möchten wir der geneigten Leserschaft an dieser Stelle ein gelungenes Wohnprojekt landsmännischer Cedula-Besitzer vorstellen, welches den märchenhaften Versprechungen beinahe zahl-, aber immer selbstloser 😉 germanischer Anbieter -bis auf wenige Details- 😀 Rechnung trägt. ❗

Begonnen hat alles vor etwa acht Monaten: als sich in der alten Heimat das unterirdische Bauvorhaben dem Kölner Stadtarchiv (und dessen Fundamenten) U-( näherte, wurde hier bei Villarrica auf einem erworbenen knapp 2800qm großen Boden die zweiteilige Grundplatte gelegt.

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Mehrere hiesige Arbeiter sollten so in das Mysterium der vorausschauenden ❗ Installation von Abwasserleitungen und Kabelzuführungen VOR dem eigentlichen Hausbau eingeweiht werden; wahrscheinlich ist diese eher unübliche Vorgehensweise :)) mittlerweile wieder in Vergessenheit geraten.
Genauso wie der Einsatz der horizontalen Fundament-Feuchtigkeitssperre sowie einer weiteren -wenige Ziegelreihen darüber- , die als Regenspritzschutz fungiert.

Die gesamten 166qm Wohnfläche werden von zweischaligem, hinterbelüftetem Außenmauerwerk umfaßt, welches in der äußeren Ziegelschicht in gewissem Abstand kleinere, der Durchströmung dienende Luftlöcher aufweist. 💡 Der Abstand zwischen beiden Mauern beträgt 4 cm – zu klein also, um wie in Poe’s Erzählung „Der schwarze Kater“ die Ehefrau dahinter verschwinden zu lassen… 😳
Und trotzdem wird seit Bauabschluß nach verschiedenem Werkzeug -bisher vergeblich- gefahndet; die „Entleiher“ sind zufrieden. Und bekannt. :.

Die Elektrik des ganzen eingeschossigen Hauses wurde von einem bekannten ehemaligen Siemens-Elektriker :wave: installiert; als Resultat wurde nicht der übliche Märklin-Modellbahndraht 88| verwendet, sondern ein höherer Querschnitt – allerdings nimmt der hauseigene Sicherungskasten nun auch mehr als 2 Standartsicherungen auf. :yes:

Die hier anfallenden Holzarbeiten wurden paßgenau und optisch einwandfrei in überzeugender Qualität von der ortsansässigen Firma => Hummel-Ringseis ❗ angefertigt und eingepaßt; die Türen, alle Fenster mit den Flügellamellen-Läden, die Wohnzimmer- und Küchenmöbel geben dem Haus seinen erstklassigen Stil.

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Das Dach mit der darunterliegenden Folienbahn und seiner relativ geringen Schräge wurde ebenfalls von einer hiesigen Firma unter Zugrundelegung der Pläne des Besitzers konstruiert.

Die Auswahl der in den Innenräumen verwendeten Farbzusammenstellung unter den abgehängten Decken besorgte ebenso wie die Raumaufteilung in den Bauplänen die Ehefrau des Besitzers. :wave: :p

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Zum Grundstück gehört ebenso ein knapp 160-Meter-Tiefbrunnen, der mit einer Förderleistung von 2000 Liter Wasser pro Stunde den neu angelegten Pool von über 100tausend Liter Fassungsvermögen befüllt.

Wer ermordete David Lynch’s Laura Palmer? |-| In den letzten knapp 20 Jahren wurden der Menschheit noch ganz andere Fragen vorgelegt, doch eine Frage betreffs unseres heutigen Themas wird sich wohl nun der geneigten Leserschaft am meisten aufdrängen: Was hat das ganze abgebildete Haus gekostet?!

Grundsätzlich kann man sagen, daß bei der gezeigten Anlage nach Auflistung aller Posten, wie etwa das Grundstück selbst, der Brunnen, Stromlegung und der Pool die 200tausend-Mark-Grenze ❗ überschritten wurde!
Keine Chance also, ein ebensolches Haus inclusive Grundstück für vorher eingeredete (weil „ausgerechnet“, um zu verkaufen…) :b oder versprochene 20tausend Dollar zu bekommen….
Zu sehr haben in den letzten Monaten die Preise für Baustoffe im kinderlieben(den) Ex-Bischof-Lande „angezogen“! 😥

In jedem Fall sind die Besitzer des Hauses mit dem eben fertiggestellten Hause sehr zufrieden – wir wünschen ihnen an dieser Stelle viel Freude im neuen Hause, welches mindestens so lange stehen soll, wie die Simpson’s-Villa in Springfield! :yes:

=> Spätestens an dieser Stelle wird sich die geneigte Leserschaft wundern; einigen werden diese Zeilen bekannt vorgekommen sein. :.
Dies mag daran liegen, daß vor fast genau einem Jahr unser Team in diesem Hause zu Gast weilte und daran anknüpfend obenstehenden Bericht verfasste.

Zum anderen hat sich die Welt in den vergangenen 12 Monaten wieder einige Male taumelnd um sich selbst gedreht; durch die Rotation wurden nicht nur Ted Kennedy, 😥 Schienen-Enke 😛 und Herr Jackson 😦 ins All geschleudert, sondern auch drei Teilnehmer der Olympischen Spiele in Afghanistan kamen beim sportlichen Miteinander um ihr Leben. Diese nun müssen den Rest ihrer Ewigkeit damit auskommen, daß am Fußende ihres Erdmöbels ein umgewendeter FDJ-Funktionär XX( mit seiner Teilnahme die Säule des eigenen Beliebtheitsbarometers von der Grasnarbe heben will… :)) :no:

Gartenzwerg

Wie dem auch sei – der Besitzer obenstehenden Anwesens hat sich bei soviel weltweit menschlichen Verlusten entschlossen, nun auch Abschied vom größten seiner tönernen Gartenzwerge zu nehmen.
Nicht etwa von dem armausstreckenden, ;D sondern der zipfelbemützte Harmonikaspieler Herman 🙂 ist es, der das Orchester verlassen wird.
Nachvollziehbar – dessen Repertoire umfasst neben „Wacht am Rhein“ und „Alte Kameraden“ gerade mal noch das vierstrophige ❗ „Deutschlandlied“.
Dabei soll die Ablösesumme 220tausend Dollar oder eben 150tausend von merggels Kunsttalern betragen.
Quasi als Zugabe gibt es dann das => Haus inclusive der gesamten Einrichtung komplett ❗ dazu.

„Zufriedenheit ist der Stein der Weisen. Zufriedenheit wandelt in Gold, was immer sie berührt.“
Mit Benjamin Franklin’s Worten und vielen Grüßen aus Villarrica verbleiben wir wie immer als Euer Team von „OUTLAW TODAY“! :wave:

Die Fotos sind entstanden mit freundlicher Genehmigung von „Meißen-Porzellan“, der „Hamburger Morgenpost“, „4711 Kölnisch Wasser“, der „Zeppelinwerft Friedrichshafen“ und
http://www.tr-construction.de/

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Zweiter Streich

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„Wer leben will, muß was tun.“ Genau!
Zum 145ten Jahrestag ❗ der Erstveröffentlichung der unsterblichen Max-und-Moritz-Bildergeschichten Wilhelm Busch’s am 4. April nun wie angekündigt der zweite Teil unseres hausinternen Bauberichtes.

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Ganz wie geplant wuchsen also nach der entsprechenden Vorbereitung des Innenbodens die neu aufgeteilten Wände in die Höhe; in wenigen Tagen erreichten sie das Niveau des Daches, welches des wechselhaften Wetters wegen so lange als möglich belassen wurde. Doch schnell wurde klar, daß es in wenigen Stunden komplett würde weichen müssen. U-(

Da wir uns entschlossen hatten, aus drei Zimmern durch eine neue Einteilung zwei größere entstehen zu lassen, teilten wir bei der vorherigen Planung das ganze Gebäude zuerst gedanklich und später natürlich praktisch in zwei Hälften und stellten jedes Zimmer einzeln fertig.

Und so mußte zuerst „nur“ eine Hälfte des aus Reet bestehenden Daches samt Holzkonstruktion abgenommen werden; eine schnell schwarzseherische Arbeit, durch die die Arbeiter schnell in dunkle Gestalten verwandelt werden sollten – allerdings ohne damit zur Wählerschaft von CDU/CSU überzugehen. B)

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Beigefügte Bilder lassen das Gewicht des grob zurechtbehauenen Giebelbalkens erahnen, die unsere Arbeiter -wie gewohnt landestypisch in Sicherheits-Flip-Flops auf atemberaubend phantasiereich konstruierten Kohlefasergerüsten balancierend- mit äußerster Mühe aus seinem jahrelang angestammten Platz zerrten.
Durch die lange „Lagerung“ desselben fanden sich relativ schnell Abnehmer dafür.
Die wahrscheinlich kannten einen Häuslebauer, der händeringend solch ein meterlanges Teil suchte.

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Eines der Hauptprobleme bei hiesigen Bauvorhaben stellt zweifellos die Materialbeschaffung dar. :yes: Der heute für etwa 38tausend Guaranies gekaufte Zementsack kann morgen plötzlich nicht mehr erhältlich sein oder eine Preisverdoppelung erfahren haben.
Als Gründe werden Probleme bei der Herstellung genannt und/oder die Möglichkeit eingeräumt, daß der Sohn des Besitzers der Zementfabrik das neueste Ferrarimodell geordert hat und dazu passend noch ein Lippenlifting nach der Geschlechtsumwandlung in einer Schweizer Klinik finanzieren muß. :.

Für Kalk gilt schnell dasselbe: gewöhlich um die 11tausend Guaranies kostend, läuft es auch hier wie beim deutschen Zwangsgeldumtausch XX( – angeblich ist die Preiserhöhung nur „gefühlt“, muß aber stets bezahlt werden. U-(

„Mit scharfem Blick, nach Kennerweise, seh‘ ich zunächst mal nach dem Preise“, spricht oben erwähnter Herr Busch in der Vorrede zu seinem „Maler Klecksel“, und so begegnet man stellenweise immer noch Bauofferten von Landsleuten, die den Stückpreis -klar, den nur SIE bekommen- 🙄 für gebrannte Ziegel mit unter 200 Guaranies benennen.

Das Format der kantigen Brennlinge lag im letzten Jahre etwa bei 11 mal 20 Zentimetern. Dem Käufer wird beim Erwerb vor Ort eine Durchsicht angeraten, damit es beim späteren anheben des Ziegels kurz vor der Vermauerung durch abbrechende Stücke nicht zu Fußverletzungen kommt. :))
Und doch handelt es sich dabei nicht um jahrtausendealte Teile aus dem Zweistromland, sondern um Neuware.

Meist GEFÜHLTE Brenntemperaturen lassen in einigen Fällen wohl gedankliche Parallelen zu den ersten Brotbackversuchen der damals jungen Ehefrau in frühen gemeinsamen Jahren aufkommen; U-( mal steinhart, mal bei Berührung krümelig zerbröselnd wäre es wohl für jeden noch so jungen Scheidungsanwalt leichtes Spiel, die Klage durchzubekommen – dem Ziegelhersteller allerdings mit Vorwürfen zu kommen könnte die Arbeiten am geplanten Liebesnest schnell verzögern: :-/ wer läßt sich schon gerne an der Berufsehre kratzen…? 😡

Trotzdem gingen die Maurerarbeiten mit Schlauchwaage & Lot recht zügig voran; zwar war es ratsam, beim Einbau der neuen Fenster und Türen mit Hand anzulegen, aber mit den Erfahrungswerten der einheimischen Bauleute ist allgemein ein gutes Ergebnis zu erzielen.

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In wenigen Tagen wird der dritte Teil unseres Bauberichtes die neue Dachkonstruktion behandeln und den Abschluß des Innenausbaus zeigen – wir verbleiben auch diesmal wie immer mit den besten Grüßen (auch an frisch geschiedene Eheleute ):wave: als Euer Team von „OUTLAW TODAY“! :wave:

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Erster Streich

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„…Wohin gingen an dem Abend, wo die chinesische Mauer fertig war, die Arbeiter?“,
läßt 1935 Bert Brecht als Verfasser einzigartiger und unerreichter Verse im dänischen Exilaufenthalt unter anderem seinen „lesenden Arbeiter“ fragen.

Nur 75 Jahre später würde sich der trotz alledem chamäleonhafte Dreigroschenoper-Lyriker, aber bekennende Karl-Valentin-Freund ❗ wohl sehr wundern über die wirtschaftliche Rührigkeit des Reiches der Mitte…
…Gleichzeitig würde ihn aber die kriminelle Verkommenheit seiner Heimat sicherlich nicht mehr überraschen, da er Deutschland von „früher“ kannte….. U-(

Zum 101ten Jahrestag der Belfaster Kiellegung der ersten Bodenplatten (31. März) der unsterblichen TITANIC ❗ und dem gewohnten regierungsinitiierten aktuellen Stapellauf der frühjährlich zurechtfrisierten, für Betroffene optimistisch (hey- immer noch 12 Millionen!!!! 88| ) :yes: klingen sollende Arbeitslosenzahlen in der alten Heimat präsentieren wir der geneigten Leserschaft an dieser Stelle die Ergebnisse der hauseigenen Aktivitäten in den letzten Monaten in unserem Hotel Paraiso kurz vor den Toren von Villarrica. –

„Endlich ist es fertig nun, was wir als Neubau wollten tun!“ :.

Starten wir hier nun eine Serie, die mit der Darstellung des Endergebnisses beginnt; gehen wir chronologisch nochmals alle durchgeführten Arbeiten durch.

Viel Spaß also beim Lesen und verstehen der Dinge, die für Deutsche Bauherren manchmal nicht einfach zu verstehen sind…….. zumal noch im 60ten Jahre der Sprengung des Berliner Stadtschlosses auf Befehl des Spitzbartes Ulbricht. XX(

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Seit längerem, aber spätestens konkret seit der Mitte des vergangenen Jahres trugen wir beide uns mit präzisen Gedanken um eine alles verändernde bauliche Maßnahme der Grundsubstanz des angepachteten Hotels – auf eigene Rechnung: wie sollte es anders sein..? :p

Der deutsche Augustiner und Prediger Johann Megerle präsentierte schon vor reichlich 300 Jahren seinen Mitmenschen eine fundierte Meinung:
„Beim Bauen muß man schauen,
um sich nicht zu verhauen,
sonst kommt man in des Elends Klauen.“ 🙄

Aber woher eine gute Bauanleitung inclusive Kosten für’s Binnenland Paraguay ableiten???
JEDER, der Neu- oder Umbauten in hiesigen Gefilden unternahm, würde seine Kosten und Aufwendungen verbergen und herunterrechnen; um unternehmenswirksam Geschäfte betreiben zu können, sind Mehrfachverkäufe von Grundstücken und/oder mehr oder weniger verdeckte Provisionsgeschäfte bislang wirksamstes Mittel der Kontoinstandhaltung unter freigiebig gestatteten Einblicken ins „einfache Leben hier“ oder bewußt eingesetzem, willkürlich aufgesetzten cholerischen Verhaltens zur Bindung oder gegebenenfalls zur Einschüchterung der „Neuen“.
„Wir sind schon viele Jahre da“ :)) wird da als gängigstes Argument neben Freibier & thematisch minutiös schrillend wiederkehrender Harfenmusikmelodien relativ teuer bezahlter Saitenstrapazierer bei der Niederringung der Sprachbarriere und des eigentlichen KaufUNwillens bei gutgläubigen Landsleuten gehandelt…

Wie dem auch sei – ein Preisvergleich der Baumaterialien unter Berücksichtigung des „Greenhorn“-Zuschlages (den sonst keiner bekommt :)) :DD ;D ) ließ uns nicht mehr länger an der Durchführbarkeit des Vorhabens zweifeln
– trotz abgeschaffter Eigenheimzulage. 8|

Mitte November letzten Jahres war es dann soweit: die bestellten einheimischen Bauleute waren => Dienstagmorgen pünktlich zur Stelle, um im mittlerweile ausgeräumten Zimmer die vor Jahren angelegten Fußbodenplatten zu entfernen und nach entsprechender Behandlung des Fußbodens und des heranwachsenden Mauerwerks gegen aufsteigende Feuchtigkeit die neu anzulegenden Seitenwände zu errichten.

Vielleicht sollte zum besseren Verständnis vorausgeschickt werden, daß von uns der Plan zugrundegelegt und verwirklicht wurde, aus drei vorhandenen Übernachtungsmöglichkeiten eines vor-vorigen,längst senilen Über-Rentner-Pächters ZWEI moderne Zimmer zu gestalten.
Der Fortschritt macht auch -trotz bärtigem Bischoff- vor Paraguay nicht halt….

Bauliche, fundamentiöse Grundkenntnisse sind in Paraguay eher rudimentär anzutreffen; Wissen über Gotik, Barock und Rokoko wurden der schulischen Vereinfachung und der weit wichtigeren außerschulischen menschlichen Reproduktion zuliebe im hiesigen Bildungssystem schnell übersprungen; wer maße sich an, ein Haus zu bauen oder selbiges zu benötigen, dessen Herstellung und Haltbarkeit dreißig oder gar 300 Jahre regenfreies oder einsturzfreies Inneres gewährleistet….?

So sucht & findet fast jeder bei Unkenntnis der Materie -wiederdenfalschenjobgelernt- einen passenden einheimischen Installateur, der Namen, Größen und Hersteller der Rohre und Anschlußstücke für Heiß/Kaltwasser hiesiger Hersteller kennt und Wasser und Elektrik auch mit einigen Prozent Aufschlag für die „Alemanes“ finanziell immer noch erträglich verlegt.

Dies als ersten Teil der „Bauserie“: in regelmäßigem Abstand werden wir weiterhin -auch wie gewohnt zwischen den Zeilen- über die nun zurückliegenden Arbeiten berichten.

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Wie immer mit vielen Grüßen – Euer Team von „OUTLAW TODAY“!

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Blech, Stahl und Eis…..

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Leitfaden unseres heutigen Themas sind diesmal keine wohlschmeckenden und vitaminreichen lebensverlängernden Grünpflanzen, sondern unentbehrliche Grundstoffe für den Hausbau.
In der von uns besuchten Einrichtung kann man(n) so ziemlich alles finden, was für den Fundamentbau und die Fertigung des Mauerwerkes notwendig ist. 😮

Hierro Centro GuairaAlles für den Rohbau...Rohre in allen GrössenDamit werden auch schwere Lasten bewegt

Hier erworbener Sand, Kalk und Zement wird innerhalb kürzester Zeit frei Haus mit dem ladeneigenen LKW oder der Pferdedroschke von „um die Ecke“ geliefert.
Der 50-Kilo-Sack Zement wird übrigens momentan in Villarrica für runde 55 – 60tausend Guaranies gehandelt (statt normalerweise für ca. 35tausend), hier aber wechselt er nur für 50tausend Guranies pro Sack den Besitzer…und dementsprechend mehr oder minder häufig wird er verkauft… :-/
Häuslebauer finden hier auch den Baustahl fürs Fundament; in verschiedenen Stärken dient er ebenso wie der mißliebige Nachbar >:-[ oder die nervige Ehefrau U-( als Verstärkung im Betonguß. 88|

Eine Probe von diesem Stahl befindet sich noch in unserem Labor; geprüft wird der Schlackenanteil im Material, damit Angaben zur Festigkeit gemacht werden können.
Kleine Anmerkung des Herausgebers: Die wahrscheinlich für den Untergang der „TITANIC“ verantwortlichen damals verwendeten Nieten besaßen den sehr hohen Anteil von 9 % Schlacke; die Nieten vom Dampfer „BRÜSSEL“ haben neben Schlacke und Luft noch andere Schlechtigkeiten in sich… |-|
Der Stahl der heute gesunkenen „Explorer“ wird wohl in den nächsten Tagen erst untersucht werden; klar, wer rechnet damit, daß ein Eisberg ein Schiff versenken kann!!
Aber zum Glück schmelzen die Polkappen ja ab, und so können wir demnächst völlig beruhigt unsere Kreuzfahrten im Eismeer unternehmen… :yes:

Auch für’s Dach des neuen Hauses wird der Bausparanleger hier fündig: Die häufig benutzten gewellten Eternitplatten zum Preise von 12tausend Guaranies pro Stück findet man hier ebenso wie die einfache Blechbedeckung, die bei unseren tropischen Regengüssen einen Geräuschpegel im Hause verursachen, der sogar den Redeschwall der Hausfrau übertönt…:wave:

In der Ecke stehen mehrere Rollen von Raab’s „Maschendrahtzaun“; dieser wird hier in Villarrica auf Kundenwunsch betreffs Breite extra angefertigt, und auch die Größe der Masche sowie die Drahtstärke ist hier frei wählbar.

Interessante Hallenkonstruktion

Und so erledigten wir im Anblick des über uns hängenden Dachbalkens unsere Einkaufsliste und bekamen auch promt alles bestellte und vorab bezahlte innerhalb der nächsten halben Stunde zu uns ins Hotel geliefert, um ab Montag verarbeitet zu werden.

Als Zusatzinfo für derzeitige Bauherren: dieser „Ab-Lager-Verkauf“ befindet sich übrigens auf der Pdte. Franco zwischen Dr. Bottrell und Cnel. Oviedo.

Genießen wir nun aber den Rest vom Wochenende, das Schlußwort hat diesmal
Johann Jakob Heinse: „Der beste Rat bleibt immer Stück- oder Flickwerk: Wer sich selbst nicht raten kann, dem ist nicht zu helfen.“

Wir von „OUTLAW TODAY“ verbleiben auch weiterhin mit vielen Grüßen aus Villarrica!

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