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120 Monate später

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Nun hat die winterliche Jahreszeit in Paraguay Einzug gehalten; kalte und regnerische Tage wechseln sich mit Stunden von hohem Sonnenstande ab; Zeit für die Foto-Erinnerungskiste (da um die halbe Welt mitgeschleppt…) und die damit verbundene Suche nach sich jetzt jährenden Ereignisse aus vergangenen Tagen.

Und schon ist ein Thema beim dampfenden Glühweinglase gefunden: als erstes wäre da der 90te (6. Juli) Geburtstag von William John Haley; der Welt wahrscheinlich besser als Bill Haley, Krawallmacher für Halbstarke bekannt! :)) :p
Schier unglaublich, was das Urgestein des Rock’n Roll da Mitte 1954 losgetreten hatte.. :p

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Der andere Jahrestag ist mehr persönlicher Natur und liegt deshalb nicht im entferntesten soo lange zurück: am 9. Juni erscheint auf dem Kalender der zehnte Jahrestag der (leihweisen) Spitfire-Abgabe an einen privaten Sammler :wave: :wave:
=> (NICHT in Kiel/Heikendorf wegen da drohender/stattfindender Enteignungen!..) :##

Schon mehrmals wurde an dieser Stelle über diese Geschichte mit dem Sportwagen berichtet; den Grundgedanken dazu liefert der Weimarer Geheimrat: „Man muß oft etwas Tolles unternehmen, um nur wieder eine Zeitlang leben zu können.“ :yes:

Vor nun zwei Jahrzehnten an DER Remagener Brücke erworben, wurde der Spiti aufgrund anfangs fehlender Kenntnisse zunächst recht zögerlich, wenig später hingegen im wahrsten Sinn des Wortes (aber dennoch fachgerecht..-) auseinandergerissen und Stück für Stück (stellenweise an eher ungebräuchlichen :>> Orten…) in den ’77er Brooklandsgreen-Urzustand zurückversetzt, um nach Abschluß der 24monatigen Arbeiten – denn doch nicht als „Erstes Auto“ nach „Mollers Fahrschule“ – verwendet zu werden: jeglicher Youngtimerbesitzer kann sich denken, aus welchem Grunde.. 🙄

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Bis Juli 2005 lassen sich die 45.300 gefahrenen Kilometer verteilen auf verschiedenste, immer fröhliche :yes: Treffen von gleichgesinnten Liebhabern & Sammlern, geplante oder/und spontane Wochenendausfahrten, regelmäßige Fahrten zum Wettenberg-Event, eine klasse Bodensee-Tour und nicht zu vergessen die 525 km A4-Teilnahme samt Grenzverkehr ins Königreich Sachsen :wave: : oft unvergessliche Fahrten mit „garantiertem Spontanauftritt“ ;D

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=> Dazu extra für @ Brother :wave: ein bisher strikt geleugnetes und geheimgehaltenes Saarland-Fotodokument vom Abend des 25. August 2001. 😳

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Dennoch fiel die Trennung von dem Wagen im Juli vor nun zehn Jahren erstaunlicherweise leichter als gedacht: an ein „Einrenken“ der damaligen Probleme war keinesfalls mehr zu denken, und so ließ sich der grüne Triumph Spitfire 1500 mit leichtem Herzen unter ein festes sächsisches Dach einstellen – waren die Gedanken doch längst mit der neuen Heimat Paraguay beschäftigt…

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Geblieben neben den Erinnerungen -und hierher versetzt- sind einige Originalteile, die irgendwie U-( den Weg in das mitzunehmende Auswanderungsgut gefunden haben sowie ein Stapel Reparaturbücher & Teilekataloge, um dem derzeitigen Verwalter/Fahrer die Anwendung des technischen Gerätes :>> zu erleichtern: Verkauf: NO WAY! :b

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„Wer so lebt, daß er mit Vergnügen auf sein vergangenes Leben zurückblicken kann, lebt zweimal.“
Den Worten des römischen Dichters Martial ist wohl kaum etwas hinzuzufügen… :p

Damit verbleiben wir wie immer mit den besten Grüßen & Wünschen als Team von „OUTLAW TODAY“! :wave:

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Villarrica, Paraguay
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Viermal Zehn

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=> Um ehrlich zu sein: von den Erinnerungen an den ersten Schultag ist nichts mehr geblieben; die bei der Einschulung getragene „Fliege“ wurde -trotz elterlichem Protest- wegen des zu eng eingestellten Gummibandes schnell abgelegt, dem schokoladigen Inhalt der spitzen Tüten schnell der Garaus gemacht, und der beigefügte Matchbox-Lagonda (genau wie die „Fliege“..) über die vier Jahrzehnte sorgsam aufbewahrt – viele Jahre später sollte er einen brooklandsgrünen größeren Bruder :p bekommen…

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Nur einige Tage voher gabs als Zugabe des absolvierten dreigruppigen und nun zu verlassenden Kindergartens eine Kutschfahrt für alle die, die nun ins staatlich-schulische System eingefügt wurden. Noch ❗ sind die meisten auf dem originalen Foto fröhlich und freuen sich auf die kommenden Zeiten; schon vor der folgenden Schulunterweisung können nur wenige ihre Finger und Zehen NICHT zusammenzählen…. 😳

Vor wenigen Tagen erst wurde dem damaligen, uns transportierenden Kutscheneigner zum mittlerweile 80ten Geburtstag :wave: gratuliert; schnell genug sollte jeder der damals teilnehmenden seinen Platz im Leben (selten jedoch weitab vom Standplatz der hölzernen Kutsche) 😐 zugegewiesen bekommen…
Erstaunlicherweise ist mir bisher kein Name der abgebildeten Schulkameraden, die fast alle demselben Wohnort entstammen, entfallen (…und NEIN – Verwandtschaftsbeziehungen bestehen NICHT..); acht Grundschuljahre hindurch kam man nur selten auf den Gedanken, eines Tages auseinander zu gehen zu müssen. 8|

Schulbeginn 01

Die ersten beiden Schuljahre fanden im benachbarten Ort, im ehemaligen Pfarrhaus statt, welches kurz nach dem Krieg in eine Schule umfunktioniert wurde; der benachbarte, friedvoll-steinbestandene Acker wird wohl für die meisten Schüler in späteren Jahren noch einige Bedeutung bekommen, kann man schon jetzt ahnungsvoll formulieren… :zz:

Rückblickend kann man sagen, waren die ersten Schuljahre eigentlich eine schöne Zeit… :yes:
Doch schon die Aufteilung 1981 auf verschiedene Schulen für die 9. & 10te Klasse trennte den 18köpfigen Haufen; spätestens die Lehrausbildung, im besonderen aber die Berufswahl (nicht jeder sieht die Steuerung eines ZT 300 nebst teilverschlossenem 10-Kubikmeter-Güllefass als Höhepunkt der beruflichen Karriereleiter..) ließ schnell und auch gern den ehemaligen Banknachbarn samt der anderen Kameraden in der Geborgenheit der einmal jährlich ein Erntefest veranstaltenden und im Winter in hohen Schneewehen versinkenden (Geburts-)örtlichkeit bei Spinnrad und Kienspänen zurück….

=> Okay – „Spinnrad & Kienspäne“ :>> :wave: übertreiben die damalige Situation arg – der Griff zur Taschenlampe erfolgte nur, wenn etwa ein Kettenfahrzeug des benachbarten Panzerbataillons samt dessen kyrillische Schriftzeichen bevorzugende Fahrer einen kabeltragenden Masten „erwischt“ hatten – aber bei „Freunden“ :## bekam man staatlich verordnet ein oder auch beide Augen (gegebenenfalls auch für längere Zeit) kräftig zugedrückt…

Endgültig „aus dem Leim“ ging die längst nur noch lose bestehende Verbindung -tränenlos & ohne Abschied- zu Beginn der 90er Jahre, bedingt durch den Wohnortwechsel aufgrund des Jobverlust’s: der Wochenendbesuch im Heimatort zum Ende der 90er Jahre ließ gruß- und blicklos ehemalige Schulkameraden aneinander vorübergehen; >:-( zu sehr unterschied sich der bisher zurückgelegte Lebensweg schon in äußerlichen (und völlig unwichtigen!) Dingen. 😮

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Kurioserweise galt die Verlegung des Wohnsitzes nach „rüber“, verbunden mit der Annahme von Arbeit da zu Anfang der 90er Jahre in dem ländlichen Kreis der Herkunft fast als Flucht in ein unerhörtes Wagnis, welches, weil außerhalb der 500-Seelen-Grenze, fast automatisch zum scheitern verurteilt ist. 🙂 Kann aber auch klappen.. B) 😛 Sei’s drum!! 😛

Nun sind vierzig Jahre seit dem ersten Schultag vergangen: den meisten bietet sich bei einem Blick aus dem Fenster des Eigenheimes oder der Wohnung der Anblick des elterlichen Gartens samt gemeinsam genutzter Möhrenzeile und „Hollywoodschaukel“, während zweimal jährlich der Vorstand der freiwilligen Gemeinde-Feuerwehr „Alt & Jung!“ zum Ball mit böhmischer Blasmusik vom Band einlädt. XX(

Durch -unregelmäßig- eintreffende Nachrichten bekam man selbst hier mit, daß mittlerweile doch einige ehemalige (früh wieder geschiedene) Klassenkameraden nun auch untereinander verbandelt/verheiratet sind – und dennoch fand vor einem halben Jahr ein Klassentreffen statt: einigermaßen seltsam, wenn die letzte Begegnung der meisten erst zwei Zigarettenlängen her ist…. 8|

„Jeder soll nach seiner Facon glücklich werden“, B) schrieb 1740 der Große Preusse Friedrich II., und so bleibt abschließend nur zu hoffen, daß alle einstigen Schulkameraden mit dem bisherigen eigenen Lebensweg zufrieden waren! …und auch den der anderen akzeptieren. :p :wave:
Immerhin wanderten die Hebräer vierzig Jahre durch die Wüste; unsere bisher zurückgelegte Wanderung gestaltete sich recht abwechslungsreich – die bisherigen Erlebnisse und Erfahrungen möchte keiner missen… :yes:

So verbleiben wir auch diesmal (nach einem eher Paraguay-fernen, aber doch persönlich wichtigen Thema..) wie immer mit den besten Grüßen & Wünschen als Team von „OUTLAW TODAY“! :wave:

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…..nur etwas später

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Container 25

„Jeder Besitz und jedes Glück wird uns nur auf unbestimmte Zeit geliehen.“ :.
Zugegeben – der alte Schopenhauer aus Danzig hatte recht; doch trotzdem macht es oft Freude, an verschiedenen Dingen des persönlichen Lebens festzuhalten.
Auf Teufel komm‘ raus! 🙄

Vor nunmehr sechs Jahren, als „drüben“ Ende Mai wenigstens Frankreich noch gegen die unsägliche „ÄU-Verfassung“ XX( ABSTIMMTE, befanden wir uns mittem im packen der gesamten Habe, die sich in zwei Haushalten befand; für den => 21ten Juli war der endgültige Abflug aus dem „Brüsseler Monstrum“ XX( (Danke, Hans Magnus!) angesagt.

Jeder, der diesen Schritt vor/hinter sich hat, ahnt oder weiß, was in diesen letzten Tagen geschieht….. 88| B)

Insgesamt sechs Kubikmeter Platz war bemessen – abzüglich der Verpackung/Polsterung bleibt da wenig genug, und oft müssen harte Entscheidungen gefällt werden. :-/

Trotzdem behielten wir uns vor, einen Teil der Dinge einzulagern, um es „später“ nachkommen zu lassen.
Aufgrund „Aus den Augen, aus dem Sinn“ machte sich drei Jahre später eine weitere Umlagerung innerhalb Deutschkei’s erforderlich; nun allerdings öffnete sich uns kurzfristig eine Möglichkeit, den größten Teil davon doch noch über den großen Teich herzubekommen: durch die containergestützte Rückkehr eines hiesigen jungen Studenten. 😮

Die zum als „Beipack“ zu beladende Entfernung zwischen dem Lagerort und dem 20-Fuß-Stahlgehäuse war quasi übernacht auf die gigantische Entfernung von immerhin fünfeinhalb Kilometern geschrumpft – => erinnere sich einer beim „telefonischen Hilfspacken“ nach mehreren Jahren (und zweifachen umlagern!) noch an den Inhalt, die Zusammensetzung und den Platz einer Kischte! :??: U-(

Im Januar diesen Jahres stand dann die Lieferung der metallischen „Großkiste“ und der Ladetermin fest – für den 22ten März war die Verschiffung geplant. Zugeladen konnten sogar noch einige neuerworbene Stücke… (…ähm…Flogni.. 😉 :)) )

Nach knapp sechs Wochen auf See war es dann soweit, daß alles => sogar nach äußerst kurzem Zollweg wohlbehalten ❗ vorm Haus des eigentlichen Besitzers abgesetzt wurde und auf die Entladung und Aufteilung wartete.

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Anderthalb Stunden später hatte der Container sein inneres komplett hergegeben, und nur drei Stunden weiter parkte der von uns bestellte LKW vor unserer Tür, um ein weiteres Mal an diesem Tage mehrere, nur allzubekannte Kischten in die Hand zu nehmen…

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An dieser Stelle möchten wir uns bedanken für die Ermöglichung und den reibungslosen Ablauf des Ganzen!! :yes: :yes: :yes:

=> Für Flogni :wave: mögen an dieser Stelle die lang versprochenen Bilder der Raupe aus Kindertagen und des Buches (54er Erstauflage!) angefügt sein; => für Brother eine einem „neuen“ Buch entnommene Schnittzeichnung durch einen TR-3. TR steht dabei -natürlich- für TRIUMPH. ;D :)) :wave:

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Damit verbleiben wir wie immer mit den besten Grüßen & Wünschen als Euer Team von „OUTLAW TODAY“! :wave:

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Zögern zuende

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„Den Boden für neues Denken, Innovationen und Ziele zu bereiten, ist auch Aufgabe der Medien.“
Den Worten von Rita „Dienstwagen“-Süssmuth rückhaltlos Glauben zu schenken, wäre derzeit wohl Veranlassung, nach dem empfohlenen ruinös enden sollenden Weihnachtseinkauf als erste gute Tat im Neuen Jahre beim schweigendfinanzierenden aufspannen des nächsten „Rettungsschirmes“ zu helfen; dann vielleicht für Pharma-Röslers Herkunftsland – erwähnte Medien im Staatsauftrag erschaffen in dieser Zeit gerne die nächsten demagogischen Seifenblasen.

Glücklicherweise bringen steigende Strompreise als positiven Nebeneffekt auch immer mehr Licht in die regierenden dunklen, aber offensichtlichen Machenschaften, auf daß eines Tages die Auswanderer die Schuld am eisernen Festhalten von Deutsch als alleiniger Amtssprache und an Millionen fiktiver, aber unbesetzter Lehrstellen erhalten….. :)) :)) :))

Zum Ende des Jahres wird die verbleibende Zeit meist für den Rückblick ins abgelaufene Jahr genutzt – nutzen wir dies für eine Erinnerung an unsere erste Etappe in Paraguay vor über 5 Jahren!

Bei der Unterzeichnung des neuen Pachtvertrages unsererseits im März 2005 setzte sich die Abstandszahlung zusammen aus einer sofortigen Zahlung von 1.500 $ und mehreren höheren Folge-Überweisungen, damals getätigt über „Western Union“ zum bankintern geforderten Aufwandspreis von nahezu 1000 Mark. :.

Inhaltlich umfaßten beide 7.500-$-Zahlungen (kurzerhand schlicht verdoppelt zur Übernahme reichlich zwei Jahre zuvor) das hölzerne Mobiliar, beide Besteckpaare, vorhandene bunte Wäsche aus Gazestadt sowie verschiedene funktionslose Arbeitsgeräte, die -wahrscheinlich schweren Herzens sogar als Schenkungsstücke gelistet- einen interessanten Querschnitt durch die frühere Ausstattung des schon seit Anfang der 90er Jahre als Hotel fungierenden Gebäudes darstellten.
Und natürlich wurde auch der als unüberschaubar bezeichnete Kundenstamm mit eingekauft; der ältere von beiden ist mittlerweile verstorben, während nicht sicher ist, ob dessen fast gleichaltriger Kumpan je zum Schlußkapitel von Follett’s „Säulen der Erde“ kommen wird, da immerhin noch 234 Seiten zu bewältigen sind…. U-(

Verschiedene Punkte und kaum verschleierte Tatsachen waren noch vorm Wechsel des Pachtvertrages zu sehen bzw. zu erahnen, wurden allerdings bewußt angesichts der sich offensichtlich bietenden Chance auf einen Neuanfang beiseite geschoben/verdrängt – uns schien hier der passende Boden für Rita’s eingangs erwähnte „neue Innovationen & Ziele“ zu sein; allerdings ohne Medienbeteiligung der Systempresse.

Links stehende Bilder sowie die gesamten letzten 4 Fotos enstammen dem März 2005 und zeigen die Räumlichkeiten zum Zeitpunkt unserer Übernahme. Die Bilder rechts daneben sind in den vergangenen Monaten entstanden.

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Damit wünschen wir der geneigten Leserschaft einen schönen erschdn Adwendd & und verbleiben wie immer mit den besten Grüßen als Euer Team von „OUTLAW TODAY“! :wave:

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November & Revolution

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„Im Modell sieht Wirklichkeit viel kleiner aus. Auch deren Widersprüche.“ U-(
Sollte sich hinter Herrn Mockers Worten doch etwas Skepsis über unsere moderne Welt verbergen..?

=> Zum Ende des Jahres 2004 hatte ich mir -damals in Koblenz- vorgenommen, in der Freizeit einen schon länger gelagerten „Artesania Latina“-Bausatz des kanadischen Schoners „Bluenose II“ zu fertigen.
Wer die Modelle eben dieses Herstellers kennt, weiß, daß es sich dabei um ein Puzzle etwa der Art „Hellerauer Möbelwerkstätten“ handelt.
Mehrere Bündel Leisten und Rundhölzer, dünne Brettchen, Nägel und Draht müssen anhand vorliegender Anleitungshefte zu einem Ganzen gefügt werden.
Dabei ging um genau diese Zeit etwas anderes schon kräftig „aus dem Leim“. Was reichlich 13 Jahre zuvor hoffnungsvoll begonnen hatte, sollte nun seinen gewittrigen Abschluß finden und gleichzeitig in eine angestrengte Suche nach einer privaten & geographischen Alternative münden: als Folge des Vorstelligwerdens beim Arbeitsgericht wurde zum 22ten November die zuerst geschrieene und wenig später papierne Kündigung zugestellt; Präsident Kennedy übrigens verlor am selben Tag viele Jahre zuvor auch den Job – zugleich allerdings auch das Leben…. 😥

Übrig blieb an diesem Punkt also das Leben und der Wille, das von Räubern regierte Tortuga mitsamt seinem „guten, richtigen Geld“ XX( :## hinterm Rücken zu lassen und woanders neu anzufangen bzw. mittels privat vollzogenem Brainstorming mit anschließendem Niedriglohnland-Offshoring nicht den angestrebten Multikulturalismus des Brüsseler Neu-Sowjets zu gefährden – es wurden ja mit dem Weggange auch wieder Arbeitsplätze geschaffen :DD 😮

Auf welchem Wege und nach welchen Kriterien Paraguay als Zielland erwählt wurde, wird den meisten bekannt sein & wurde an dieser Stelle vor längerem schon behandelt; und trotzdem fanden sich in diesen stürmischen Wochen noch Möglichkeiten, oben erwähntes Modell in relativ kurzer Zeit nebenbei fertigzustellen, denn als Sinnbild für die damalige Phase wollte ich mich nun keinesfalls mehr davon trennen. :.
Ziemlich schnell bekam der dreifarbig zu gestaltende Rumpf seine Masten, Stengen & Rahen angepaßt; halbfertige Sachen mochte ich nicht zurücklassen – und vielleicht steckte ja auch eine gehörige Portion „Jetzt erst recht!“-Trotz dahinter…. B)

Und so sollte passend zum endgültigen Abschied das damals neue Modell quasi in letzter Minute die handgenähten Segel und gleich darauf eine extra gefertigte Kiste aus starkem Karton bekommen, in welcher es ohne eine einzige Wasserberührung den Großen Teich überwand, um ohne allerkleinsten Transportschaden erst Anfang Februar 2006 wieder das Licht der -diesmal paraguayischen- Welt zu erblicken.

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Doch der hier allgegenwärtige Staub der roten Erde hätte alles wohl schnell verdorben, und so gehörte zum krönenden Abschluß noch die eigens konstruierte Glasvitrine dazu.
Die wurde zum Preis von etwa 200tausend Guaranies für 30 mal 70 mal 80 cm hier in Villarrica in wenigen Tagen zusammengeklebt und erhält uns so den fast neuen Zustand eines von Kanada’s Nationalsymbolen. :p

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=> „Heimat ist, wo wir unseren Lebensfaden festgemacht haben.“ 😮
Mit dieser Aussage unbekannter Herkunft verbleiben wir wie immer mit den besten Grüßen & Wünschen als Euer Team von „OUTLAW TODAY“! :wave:

Für Blogfreund Flogni :yes: gibts nun wie versprochen noch ein Filmchen eines anderen Modells – fertiggestellt in derselben Zeit. :.

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48 Monate

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„Was da ist, widert dich an, es dünkt erfreulicher dich das ferne“, schreibt man als zweieinhalbtausend Jahre alte Aussage dem „ollen“ Griechen Euripides zu. :zz:
Vielfältig waren in den letzten 100 Jahren die Gründe für die Auswanderung tausender Deutscher: ob durch Kriege, Vertreibungen oder politisch unhaltbare Zustände – plötzlich ändern die scheinbar vorgeschriebenen Lebenslinien ihre meist gleichförmige Richtung und der im Nachbarort von hundertjährigen Eichen beschattete und neben einer akkuraten 😛 Kleingartenanlage liegende Friedhof geht eines oder sogar mehrerer seiner späteren potentiellen Bewohner verlustig; Hochwürden, das Kirchspiel und die (auch am Wochenende tätigen) Maulwürfe des „letzten Rasens“ werden’s wohl überleben. 😳

Irgendwann hat jeder die Zeit des entnervten ein-, aus- und umpackens überstanden und der lang ersehnte Tag der endgültigen Abreise steht bevor. 😮 Vorbei der Anblick kopfschüttelnder, weil verständnisloser Mitmenschen, die das Ziel und die Gründe der Reise erfahren haben.
Bei „Schumi vs. Bananenrepublik“ hört der Spaß schließlich auf: „Ihr kriegt keine Rente!“ :. Klar.

Die von Freunden mitgebrachte, endgültig letzte Flasche Sekt ist warm; der zweistellige Preis für den Couchtisch, die drei Sessel und die Garagenausrüstung war also zu hoch, und in dem mit „Geschenkt!“ überlassenen Wohnzimmerschrank war trotz intensivster Suche kein liegengelassenes Geld zu finden.
Und überhaupt: „Was haben die da eigentlich für´n Jeld?“ :??:

Die letzten Minuten daheim brechen an; die Blicke der für die Abschiedsszene eintreffenden jahrelangen Bekannten fingern die kahlen Wände ab – *dastelefonnehmeichgleichmit* und *dielampepaßtindiegartenlaube* wird zum Schlachtruf der tränennassen Zurückbleibenden.
Jemand hat seinen Plastikbecher Sekt umgestoßen oder einfach auf den Boden geschüttet, und der die Flurlampe demontierende Bruder antwortet in sein Handy: „….ja, die sind gleich weg, und in 10 Minuten bin ich wieder da!“ 😐

Dem Abschied von Rick und Ilsa auf dem nächtlichen Flugplatz wohnten zwar weniger Leute bei (sieht man vom Kamera-Team ab),- aber er war eindeutig besser gespielt.

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Trotzdem geht so alles leichter über die Bühne, und beide Seiten wissen, daß zur Aufbewahrung zwecks Verkauf oder späterer Nachsendung überlassene Dinge nach alter „aus den Augen, aus dem Sinn“-Manier schnellstens den Verwalter an seine viel zu kleine Wohnung erinnern. Schnell ergeben sich so kochende Blutsbande, die die allgemeine Erderwärmung noch flotter vorantreiben…. :##

Zum Abschied geschüttelte Hände gehen leicht auseinander, und vehement verkündete Besuchsversprechungen innerhalb des nächsten halben Jahres, „bestimmt aber zum Karnewall, eh!“ zerbröseln schneller als Zusicherungen von gutbestallten Datenschutzbeauftragten; unser strandloses Binnenland macht halt mit anderen Ereignissen von sich reden…. |-|

„Wer aus seiner Heimath scheidet, ist sich selten bewußt, was er alles aufgiebt; er merkt es vielleicht erst dann, wenn die Erinnerung daran eine Freude seines späteren Lebens wird.“
Was der am 13ten Juli 1816 im deutschen Oberschlesien geborene Gustav Freytag so treffend formuliert, geben zweifelnde Bekannte gern mit auf den Weg; wohlwissend, daß uns von jetzt ab das abendfüllende digitale Fernsehprogramm bei Rotwein und Kartoffelchips entgehen wird.

Die Welt rast weiter, und neue Gesichter erscheinen. Veränderung schließt Bewegung ein. Und stößt „aussitzen“ ab. Zum Glück. B)

Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle bei allen, die sich als verläßlich gezeigt haben. In jeder Situation. Stellvertretend sei allerdings nur einer erwähnt: http://www.jawa-oldtimer-clemens.de/
Wie immer mit vielen Grüßen – „OUTLAW TODAY“! :wave:

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