Das Auto vom Glückspilz

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„Vernünftige Autos werden vom Antrieb geschoben, nicht gezogen.“
Die vom deutschen Weltmeister Walter Röhrl gebackenen Sprüche erfreuen sich längst einer großen Beliebtheit sondergleichen unter Zeitgenossen aus unserem Kulturkreis; sie entstammen einer Zeit, in der (fast) jeder glaubte, PKW-Maut sei Orwellsches Gedankengut und das Wörtchen Energiewende wäre ein neues Synonym für den Wechsel der Jahreszeiten. 🙂
Genauso undenkbar übrigens damals, daß Dieselfahrverbote hingenommen werden /sich nicht aufs Wahlverhalten auswirken würden oder daß ein*e Stasimitarbeiter*i*n eine vereinigte deutsche GmbH zunächst verwalten und das Ganze anschließend Mohammed´s Schlachthausreligion zu Füssen legen wird…
Wirklich DER Klassiker: und es funktioniert! 🙂

Doch zurück zum motorisierten Thema: Ende Mai diesen Jahres erwarb ein Bekannter in der Hauptstadt Asunción einen fahrbaren Untersatz.
Soweit, so gut.
Eher ungewöhnlich ist die Art des nun privat betriebenen Karrens: dabei handelt es sich um einen KIA Bongo III. Nicht ungewöhnlich, daß so eher unwichtige Dinge wie Baujahr oder gar PS in den Papieren nicht erwähnt werden; der Wagen dürfte etwa um die 10 Jahre auf dem blechernen Buckel tragen….

   

Im Patientenbereich noch gut ausgestattet, hat die Zeit/die vorige Benutzung jedoch einige Spuren hinterlassen: Bremse/ Achse, Klimaanlage und Motor mußten nun selbst dem Doktor vorgestellt werden – dem (meist) schwarzhändigen Werkstattdoktor…selbstverständlich.

       
Anruf genügt – und schon rollte selbiger aufs Gelände, um das Wägelchen in den OP zu geleiten. Die Werkstatt liegt etwas ausserhalb von Villarrica und ist erkennbar gut ausgerüstet – der Inhaber und gleichzeitige Chefmechaniker verfügt über weitreichende technische Kenntnisse und hat bisher noch jedem automobilem Problem konsequent nachgespürt und selbiges behoben.
Leider mußte bei diesem Krankentransporter ein Achsteil aus dem fernöstlichen Herstellerland geordert werden und dies war auf postalem Weg immerhin zwei Wochen unterwegs.
Soweit zur Mechanik.
Für die Bordelektrik jedoch wurde dieser Arbeitsauftrag outgesorced: die von vielen Werkstätten praktizierte Keinproblemmachenwirallesselber-Arbeitsweise wird hier glücklicherweise nicht angewandt; am heutigen Tage nun erfolgte für wenig mehr als 200tausend Guaranies (all inclusive!) die elektrische Behandlung durch immerhin drei Strippenfachärzte: ganz ohne Diagnosegerät ging das Team auf Spurensuche; defekte Microschalter wurden durch neue ersetzt oder – gelötet. 🙂

Am Ende des Tages jedenfalls wurden dem Fahrzeugbesitzer alle -koreanisch beschrifteten- Kipp-, Dreh- und Umschalter erläutert und funktionierend vorgeführt: inclusive Sirene, Tut-, Nebel-und Martinshorn.
In der Zwischenzeit, als der Achsring aus Korea sich auf den Weg machte, recherchierte der deutsche Vollkommenheitsfanatiker die Namen vom ehemaligen Rettungsteam aus seinem Wagen; bisher meldeten sich drei der damalig eingesetzten Damen….leider ist nur Platz für zwei **wer hätte das gedacht*** 🙂

  

Die beim vorigen Beitrag fehlenden Bilder vom aktuellen Diorama seien nun nachgereicht; die Übergabe der bestellten Dachziegel für den Kirchenrest findet Donnerstag statt; dann sollte Klarheit herrschen über die Gestaltung des verbliebenen Dachstuhles. 🙂


Die vorhergehenden Tage wurden genutzt, um die Bruchstellen der beiden Gebäude mit aufgesetzten Ziegelresten etwas authentischer zu gestalten. Leicht gekürzte Ziegelsteine wurden im Inneren vom Haus platziert; erst kurz vor Fertigstellung des Gesamtteiles wird die Strasse damit „bereichert“.


Baubeginn für das Ganze war übrigens der erste Juni; die kurz vor Mitte des nun laufenden Monats eintreffenden Grasbüschel sind vermutlich schnell eingefügt; damit dürfte die Bauzeit wohl 10 Wochen betragen.
Fürs deeeefinitiv letzte Diorama.. 🙂

Damit verbleiben wir wie immer mit den besten Grüßen & Wünschen als Team von „OUTLAW TODAY“!

HOTEL-RESTAURANT PARAISO
Villarrica, Paraguay
http://www.hotel-paraiso.de
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Über canneletto

Also gut - im Jahr 2005 ist in Deutschland für uns die Grenze des erträglichen erreicht. Als Konsequenz sind wir im Juli desselben Jahres nach Paraguay ausgewandert. Wir, das sind: Steffen (48) und Magali (so um Mitte 30 - sorry, Frauen sind eben eitel...). Seit 10 Jahren führen wir nun in Villarrica das einzige deutsch-sprachige Hotel-Restaurant "Paraiso". Besucht uns in unserem Blog oder hier vor Ort und erfahrt die unglaublichsten - weil wahren - Geschichten!

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  1. …..bin gespannt, wie´s weitergeht mit Fahrer & Wagen….. 🙂
    Die Kirche hat ihr Restdach nun erhalten; die Donnerstag eingetroffenen echten Keramikdachziegel sind verlegt & gealtert samt Farbe….ging eigentlich leichter als gedacht…Bilder beim nächsten Blogeintrag… 🙂
    Viele Grüße aus dem arktischen Villarrica mitten imm Winter!

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