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Und sei es nur, um verschiedene Zahlen ins Spiel zu bringen und den Zuschauern, damit jonglierend, den Blick auf die tatsächliche Nummer zu verschieben: während vor drei ganzen Jahrzehnten die gespielten Noten auf schwarzglänzendem Plastik festgehalten wurden, füllt man heute die mehr oder weniger, meist aber mehr nervtötende Aneinanderreihung von tanzuntauglichen Geräuschen IN schwarzes Plastik; Beführworter dieser Flachstreben nennen das Stück Stick und investieren bereitwillig Zeit, um das unauffindbare, weil kleine Teil sich in Schubladen, unterm Teppich oder in den Taschen verschiedener Cargohosenbündel verborgen halten könnte: vor drei Jahrzehnten, ebenfalls Anfang März jedoch bildete die abgebildete Rundscheibe den Mittelpunkt auf dem Gabentisch; zugegebenermaßen westlich der damaligen Vertikalsperre sicherlich in höherem Anteil….

Diese Jahrzehnte liegen längst hinterm Horizont und sind vergangen wie das erste eigene grüne Fahrrad; die aktuellmärzige Versammlung mit anschließendem geselligen Beinander wurde kurzerhand auf vergangenen Sonntag verlegt und sollte wie jedes Jahr, in diesem Fall dem letzten Wochentag, den passenden Schliff geben und außerdem dem nun 30jährigen „Okay!“ gebührend huldigen.
Bevor allerdings alle Sitzgelegenheiten an die Tafel gerückt werden konnten, waren noch jede Menge Hürden zu bewältigen: Märzschnee gehörte einst vor langen Jahren zuverlässig zur damals hauptsächlich kuchengestützten Versammlung im Elternhaus unterm Sportplatz dazu; starken Märzregen dagegen nimmt man aktuell gleichmütig hin: der aufgetretene Wegfall der Netzspannung hingegen könnte sich später bedrohlich oder wichtiger – spaßhemmend auswirken.
Unser Binnenland bietet in diesem Fall das Vorhandensein einer übersichtlich gestalteten Haushauptsicherungstafel: um genauer zu sein – nur wenige Sekunden brauchts, um den einen Klapphebel wieder hoch zu drücken.
Muß dann nur halten.
Hat gehalten.
Daß auch in diesem Jahr der Grill seine Mithilfe anbot, wenigstens einen Finger zischend zu brandmarken, sollte nicht erst Erwähnung finden; bereichert wurde das ganze im selben Moment durch den Glutbrenntschuh-Faktor durch eine sich im passenden Augenblick selbstständig öffnende Feuerklappe, die die Menge einer großzügig gepressten Kornschaufel voller Rotglut spendierte….
So gerüstet, setzen sich besagte Jahresfeiern stets sattsam im Gedächtnis fest: das ab 19 Uhr folgende Miteinander bot nach dem Essen wieder den bekannten Reigen quer über die Tafel gerichteter, angeregt geführter Gespräche, die beispielsweise die Versversetzung der Lyrik von Marina Zwetajewa besprachen oder genau darlegten, wie Rotweinflecke aus Damasttischtüchern zu tilgen sind bzw. an welcher Stelle die Shakespearemanuskripte auf Oak-Island lagern.
Leider war den meisten Beteiligten am Folgetag die wenige Stunden vorher genau angegebene Stelle auf Oak-Island schon wieder entfallen, und Marina Zwetajewa hielt jeder für die Erfinderin eines besonderen Unkrautjätmusters auf Rübenfeldern in einem georgischen Bergdorf. Einzig das Wissen um die spektakuläre Methode, randfrei Rotweinflecke zu entfernen, hätte ab Montagmittag Wert besessen…. Nachforschungen über die Urheberschaft besagter roter, dauerhaft in den Stoff eingezogener Flächen wurden erbarmungslos angestellt; die Befragten allerdings….verwiesen verschwörerisch übereinstimmend auf den Veranstalter; weitere Recherchen unterblieben ab diesem Zeitpunkt. Aus Zeitgründen.

Und auch das 88er „Okay!“ kam in verschiedenen Mixvariationen nicht zu kurz; mehrmaligen Wiederholungen standen später etwas differenzierte Musikwünsche entgegen.
In zunehmenden Maße in der Überzahl.
Auf die mehrjährig geprobte Methode, zu später Stunde silbergepresste Audiodokumente von Willy Brandt & J.F.K. dem andächtig lauschenden Publikum darzubieten, wurde in diesem Jahr verzichtet.
Oder schlichtweg einfach vergessen…

So reiht sich auch diese Feierstunde in den Kreis freudig verbrachter Stunden ein; an dieser Stelle nochmals Danke an alle Beteiligten sowie für die Präsente!!!

Damit verbleiben wir wie immer mit den besten Grüßen & Wünschen als Team von „OUTLAW TODAY“!

HOTEL-RESTAURANT PARAISO
Villarrica, Paraguay
http://www.hotel-paraiso.de
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Über canneletto

Also gut - im Jahr 2005 ist in Deutschland für uns die Grenze des erträglichen erreicht. Als Konsequenz sind wir im Juli desselben Jahres nach Paraguay ausgewandert. Wir, das sind: Steffen (48) und Magali (so um Mitte 30 - sorry, Frauen sind eben eitel...). Seit 10 Jahren führen wir nun in Villarrica das einzige deutsch-sprachige Hotel-Restaurant "Paraiso". Besucht uns in unserem Blog oder hier vor Ort und erfahrt die unglaublichsten - weil wahren - Geschichten!

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  1. …in deren Genuß (gemeint ist die Tasche..) kam ich im wahrsten Sinn des Wortes teilweise: Dienstzeit 8. Mai 90- 29. April 91. Also in der Zeit der „Umwandlung“. Flinten-Uschi´s mehrjährige, wehrkraftzersetzende Demontage der Truppe hatte da noch keinen Einfluß; zumindest werden nun persönliche Dinge dieser gaanz speziellen Zeit in Paraguay aufbewahrt. Leider ist das orschinaale Koppel noch bei den Eltern eingelagert; das hier verwendete hat mal nem Major oder sonstigem Fettwanst gehört. (…beim Uniformwechsel hat nur eine Minderheit die aufgestellten Drahtkörbe zum wegwerfen der bisher verwendeten Teile benutzt; da hat meine Sammlung ihren Ursprung..) ..
    Moin, moin & viele Grüße aus >Südamerika!

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  2. … ja das waren noch Zeiten.
    Habe meine erste Uniform, samt Koppelzeug, auch noch vom Bund, in Steingrau-oliv 😉
    Viele Grüße ins Wochenende
    Siegfried

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  3. …aber wiiieso hat man denn die Uniform zuhause..? Oh..Schweizer..? Bei mir kaum´s halt durch die Umstellung zustande; hab noch nie gehört, daß die Divisionen vorher ihrn Kram mitnehmen konnten….
    Moin, moin & viele Grüße aus dem heissssen Villarrica!

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  4. …vielen Dank Senor!!! Klasse Party wieder; da fiel mir ein, daß Jahrzehnte vorher stets an diesem Tag die Aufforderung zur Musterung ins Haus kam; die Aufforderung, die am 3.3. 1990 kam, fiel leider noch vor Insichtnahme des Datums ins Ofenfeuer….was darauf passierte, wird vielleicht ein anderes Mal Erwähnung finden.. 🙂
    Viele Grüße aus Paraguay- und sorry für die verspätete Antwort: dank der aktuellen Open-Border-Geschichte gibts hier mehr als genug zu tun… 🙂

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  5. …ich muß ja gestehen, daß die hier aufgestellte Uniform aus dem Jahre 90 nicht mehr ganz so paßt wie damals; ich vermute, daß es am hiesigen Klima liegt…. 🙂 Entweder sind die Knopflöcher nach innen gewandert oder der ganze Stoff ist kleiner geworden….
    Moin, moin & viele Grüße aus Villarrica!

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