Dreimal Jesus & ein Frollein

Standard

„Es gibt tatsächlich Leute, die Weihnachtsfeste veranstalten. Ist das komisch!“
Was mühelos nach einem Gedankensplitter aus dem Kanzleramt klingen könnte, der ein weihnachtliche Rituale untersagendes Dekret für die deutsche Ureinwohnerschaft nach sich zieht, stammt in Wahrheit aus der Feder des französischen -literarischen- Vaters von „Madame Bovary“, Gustave Flaubert, der vor 196 Jahren geboren wurde.
Doch bei aller historischen und vor allem aktuellen Skepsis an wenn auch konsumorientierter Geschenkeverteilung in weniger als zwei Wochen bedarf es wohl noch etwas mehr als politischer Dekrete, Weisungen & Verbote, um Gläubigen und auch Atheisten den Spaß am 24ten December zu verkümmeln: so bleibt zu hoffen, daß, während weißer Schnee und -mehr noch- schwarze Wilde das Land unter sich begraben, die einheitsparteiliche Zukunft nicht in Kellergewölben abgehaltene Lichterfeste mit Volksverhetzung „belohnt“… 🙂

Im letzten Monat des Jahres bietet Paraguay und speziell Villarrica Einwohnern, Besuchern und Aus- oder besser Einwanderern den Anblick mehrerer weihnachtlicher Krippen vor den Hauptkirchengebäuden sowie beiden wichtigsten Stadthäusern. Liebevoll und unter Zuhilfenahme gestalterischer Phantasie werden die Szenen in der Geburtskrippe nachgestellt; Hinweise, ob es sich dabei um Vorgänge in Bethlehem oder in Nazareth handelt, sucht man auch in diesem Jahre allerdings vergeblich. Und „unsere“ helle Kirche in Villarrica spendiert kurzerhand der Geburtsszene eine paraguayische, quotenerfüllende Frauentanzgruppe – doch damit nicht genug: bis ins Innere hinein fügt man dem darstellerischen Ensemble eine geradezu gewagte Menge von blaugranitenen G-20-Pflastersteinen hinzu. Willkommene Gelegenheit für Historiker wie etwa Guido Knopp, auf die auch damals schon unruhigen Zeiten hinzuweisen; weiterführend läßt sich daraus die These entwickeln, daß schon in vergangenen Zeiten scheinbar das Zusammenleben täglich neu ausgehandelt werden mußte und niemand in heutigen Tagen deshalb beunruhigt sein sollte oder gar darf…. 🙂 🙂

Die im Garten der hiesigen Governación aufgestellte Kreißsaalbaracke verfügt dazu noch über Lichtquellen auf Grundlage mittels Petroleumversorgung; generell dürften die im nun ablaufenden Jahre auf diesem Gelände monatelang stattgefundenen „Neuaushandlungen“ um den höchsten Stuhl nicht nur zu mehr Polizeipräsenz, sondern ebenso zu mehr Lichtquellen geführt haben, von denen auch der keramische Jesusvertreter profitieren dürfte…

Auch die Stadtverwaltung läßt sich nicht lumpen, und fügt eine eigene kreative Arbeit hinzu: gern fotografierter Publikumsmagnet wie in jedem Jahre! Welche Arbeit die beste ist..? Mag der geneigte Leser selbst entscheiden..! 🙂

Und wer hätte es gedacht – die ans Posen gewohnten Darstellerinnen der Hochglanzgazetten leiden natürlich bei den derzeitigen hohen weihnachtlichen Temperaturen am meisten; wen wundert´s da, daß sie sich mehr oder weniger schnell ….fast entkleiden…..? ! So ließ sich vor wenigen Tagen das paraguayische weibliche Mascottchen Mirtha Sosa der Fußballtruppe Real Madrid im nun passenden Kostümchen ablichten – leider nur im relativ wenig bietenden Halbrückenprofil; aus diesem Grunde sei eine Vorderansicht beigefügt.. 🙂

 

Bis zum heutigen 195ten Tag hat sich auf der Steamerwerft wieder einiges getan: die schon letzte Woche errichteten vorderen Schornsteine wurden mithilfe historischer Photos verspannt; ebenso erhielt der Kahn vordere Positionslichter. Die Taue der vorderen Lastarme wurden aufgeklart und in endgültigen Sitz gedrängt. Die noch ausstehenden Zurrtaue an Lastarmen und Landungsbrücken werden erst kurz vor der Vollendung angebracht, um vorher ausstehende Arbeiten im nun herrschenden Faden“gewirr“ nicht zu behindern. Jetzt erscheinen auch die beiden hinteren Überdruckrohre auf Deck. 🙂

 
Farbgebung aller vier Qualmrohre übrigens ein Gemisch aus u.a. Tamiya´s Dark Iron XF 84, um den zu „harten“ und künstlichen Charakter von ausschließlich Schwarz zu verhindern. 🙂 Damit dürfte der Startschuss für die letzten etwa 6 Wochen gefallen zu sein; nun handelt es sich „nur“ noch um diverse Kleinteile wie Treppen, Geländer, Abdeckplanen/Segeltuch und Luken.

Damit verbleiben wir wie immer mit den besten Grüßen & Wünschen als Team von „OUTLAW TODAY“! – Nicht vergessen jedoch ist der 98te Geburtstag des Charlottenburger´s ME-109-Piloten Hans-Joachim Marseille! 🙂

Hier noch das tägliche Polit-Schmankerl:
EU will Vorschriften für Reisen mit Bargeld drastisch verschärfen

Die EU arbeitet an verschärften Bestimmungen für das Reisen mit Bargeld ins außereuropäische Ausland und bei der Rückkehr nach Europa. Das Komitee für Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres plant demnach eine Revision der First Cash Control Regulation aus dem Jahr 2005. Diese sah noch vor, dass EU-Bürger Bargeld im Umfang ab 10.000 Euro beim Verlassen der EU oder bei der Rückkehr bei den Zollbehörden anmelden müssen.
Die geplanten neuen Regeln sehen eine deutliche Verschärfung vor. Wie aus einer Veröffentlichung auf der Homepage des Europäischen Parlamentes hervorgeht, soll nicht  nur die Schwelle von 10.000 Euro herabgesetzt werden, sondern auch die Definition von Bargeld erweitert werden.
So haben sich die Abgeordneten des Ausschusses dazu entschlossen, dass fortan auch Gold, Edelsteine und mit Guthaben aufgeladene Cash-Karten fortan als Bargeld anzusehen sind.

Weiter geht’s im Orginal-Artikel der hier zu finden ist: Vorschriften für Reisen mit Bargeld

HOTEL-RESTAURANT PARAISO
Villarrica, Paraguay
http://www.hotel-paraiso.de
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Über canneletto

Also gut - im Jahr 2005 ist in Deutschland für uns die Grenze des erträglichen erreicht. Als Konsequenz sind wir im Juli desselben Jahres nach Paraguay ausgewandert. Wir, das sind: Steffen (48) und Magali (so um Mitte 30 - sorry, Frauen sind eben eitel...). Seit 10 Jahren führen wir nun in Villarrica das einzige deutsch-sprachige Hotel-Restaurant "Paraiso". Besucht uns in unserem Blog oder hier vor Ort und erfahrt die unglaublichsten - weil wahren - Geschichten!

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  1. …die als Militärminister, ebenfalls wie alle anderen Minister ohne Erfahrung oder gar Berechtigung eingesetzte Leyen soll Kasernen und Vereine gerügt haben, Namen der Helden aus vormaligen Zeiten zu tragen; mir ist wirklich kein Volk bekannt, was in diesem Umfang eigene Geschichte verleugnet bzw. der Verleugnung/Biegung/Klitterung mit solch einer abgrundtiefen Gleichgültigkeit begegnet. Spätergeborene Historiker werden sich an unsern Denkmustern die Zähne ausbeißen…jede Wette:….
    moin, moin & viele Grüße aus dem vorweihnachtlichen Paraguay!

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