Kinder, Kinder….

Standard

20

Nun schon ganze fünf Jahre weilt Loriot nicht mehr unter uns; müßig, jemandem -aus unserem Kulturkreis- erzählen zu wollen, wer selbiger denn war: deshalb an dieser Stelle nur die überraschte Feststellung, daß er mit hoher Wahrscheinlichkeit Dinge sogar vorhersehen und auch dies zeichnerisch umsetzen konnte (bzw. damals noch ohne sich anschließende Diffamierung tun durfte..). 🙂

22

Regen und zurückgehende Temperaturen; das Wetter also mies, doch die Stimmung teils auch aufgrund der nun endlich hinter uns gebrachten Poolerneuerung bestens: die am Spätnachmittag pünktlich halbstündig von oben einsetzende Bewässerung, uns vorbereitend auf die in wenigen Wochen einsetzende Regenzeit läßt die ansonsten halbstündige Sitzzeit (es sei denn, es geht um Modellbau..) am Klapprechner zu einer ganzen Stunde anschwellen: dabei fällt eine Meldung der hiesigen „Crónica“ ins Auge – zwar kein deutscher Erziehungsjournalismus, aber ansonsten gerne für Klatsch & Tratsch zuständig, bringt das Online-Blatt diesmal einen Beitrag, der´s auch ins TV geschafft hat:

Schon mehr als drei Stunden mühte sich die 38jährige, im wahrsten Sinn des Wortes mit Geburten erfahrene Nelly Santander im städtischen Hospital von Minga Guazú ab, ein Kind zur Welt zu bringen. Ihrem eindringlichem Flehen um kaiserschnittige Hilfe durch die vor Ort anwesenden Ärzte wurde nicht stattgegeben; auch das Wissen aller Beteiligten, daß es sich bei diesem kommenden neuen Erdenbürger um ein ziemlich großes Kind handeln wird, ließ die Ärzte auf ihrer Weigerung beharren.
Nach langem Leiden siegte denn doch noch irgendwann die Vernunft und man überbrachte die Frau ins Regionalhospital von Ciudad del Este. Dort gebar sie nun endlich per Kaiserschnitt das Kind – stolze 4 Kilo 700 Gramm zeigte die Waage an!
Allerdings verließ die Mutter nur zehn Minuten, nachdem ihr Kind die Welt betrat, selbige lärmende Erdkugel und ließ damit insgesamt zehn eigene Kinder allein zurück: denn der Ehemann von Nelly, der sie kurz nach der Nachricht der erneuten Schwangerschaft verlassen hatte, starb tragischerweise kürzlich auf seiner Arbeitsstelle an einem Stromschlag.
Bisher scheint nicht klar, wie es weitergeht – die Schwester der Verstorbenen klagt die Ärzte der örtlichen Hospitals an, ihre Schwester habe unnötig leiden müsse; für eine Klage im juristische Sinne wird wohl (in erster Linie finanzielle) Unterstützumg fehlen…

Selbige Zeitung, die diese Meldung brachte, fügte das Bild eines Hauses dem Artikel an und bezeichnet dies als das Wohnhaus der Großfamilie; daß dies den Tatsachen entspricht, ist stark anzunehmen, auch wenn das Krankheitsbild journalistischer Tätigkeit wahrscheinlich überall dasselbe ist…

21

Mit dieser eher nachdenklich stimmenden Geschichte verbleiben wir dennoch mit den besten Grüßen & Wünschen als Team von „OUTLAW TODAY“!

HOTEL-RESTAURANT PARAISO
Villarrica, Paraguay
http://www.hotel-paraiso.de
Werbeanzeigen

Über canneletto

Also gut - im Jahr 2005 ist in Deutschland für uns die Grenze des erträglichen erreicht. Als Konsequenz sind wir im Juli desselben Jahres nach Paraguay ausgewandert. Wir, das sind: Steffen (48) und Magali (so um Mitte 30 - sorry, Frauen sind eben eitel...). Seit 10 Jahren führen wir nun in Villarrica das einzige deutsch-sprachige Hotel-Restaurant "Paraiso". Besucht uns in unserem Blog oder hier vor Ort und erfahrt die unglaublichsten - weil wahren - Geschichten!

»

  1. @…auch wenn das Krankheitsbild journalistischer Tätigkeit wahrscheinlich überall dasselbe ist…

    Das Produkt offizieller „dschurnalistischer“ Tätigkeit besteht weltweit aus ein und demselben, inhaltsleer linksdrehenden, entorteten, kosmopoltischen Schmonzes, weil diejenigen denen die jeweiligen, ebenfalls weltweit nahezu beliebig austauschbaren Propagandalautsprecher gehören, in deren Auftrag die als „Dschurnalisten“ getarnten Mietmäuler dem unbedarften Massenmedienkonsumenten unablässig das Hirn waschen auch überall ein und dieselben sind.

    Wer sich für des Pudels Kern interessiert, der frage sich just: Wem nutzt es?

    —————————————

    @…Bisher scheint nicht klar, wie es weitergeht …

    Es wird unverändert genauso weitergehen, wie es zuvor gegangen ist, als sich die vorab beschriebene Situation herausbildete.

    Wessen einziger Daseinszweck sich offenbar darin erschöpft, eine Schar an Nachkommen zu produzieren aus deren schierer Zahl sich eine Fußballmannschaft rekrutieren ließe, die er, um es mal ketzerisch zu formulieren, eigentlich überhaupt nicht versorgen kann, dessen Haus stellt sich naturgemäß auch genauso dar, wie es derartigem Reproduktionsverhalten entspricht. – Wer’s nicht anders kennt, mag dies als normal ansehen.

    Womit freilich keinesfalls der aus einer seelenlosen Melange von Hedonismus, besinnungslosem Konsumfetischismus, Verschwulung, Geschichtsblindheit, Materialismus, Traditionsvergessenheit pathologischem Liberalismus und fortgeschrittener, sämtliche Lebensbereiche zersetzender Dekadenz resultierenden, dramatischen Geburtenrückgang, sowie der damit einhergehenden Überalterung, ergo letztlich dem Verlust jeglicher Zukunftsperspektive wie er bei den untergehenden Völkern West- und Mitteleuropas zu konstatieren ist, das Wort geredet werden soll.

    Gefällt mir

  2. Welche Tragik! Ausserdem diese Armut! Wie werden diese Kinder ohne Eltern weiter leben?
    Vielleicht gibt es Verwandte, die diese grosse Verantwortung übernehmen. Ob es staatliche Hilfe gibt?

    Rebloggen, erlaubst du mir das?

    Liebe Grüsse
    Ingrid

    Gefällt mir

  3. @Georg Schmitz am 22. August 2016 um 10:21 AM

    Ja, – „Fi**en und besoffen sein, ist des kleinen Mannes Sonnenschein.“

    Dennoch – auch dem armen Manne ist es nicht untersagt, Vorkehrungen zu treffen, die ihm weiterhin seinen „Fernsehkonsum“ gestatten, ohne daß dabei im Dreivierteljahrestakt jeweils noch ein weiteres Kind entsteht.

    Gefällt mir

  4. @Guiseppe
    Nein, sicherlich nicht, dass sollte jedem gebildeten Menschen mit Lesekompetenz klar sein.

    Über den Rest möchte ich schweigen, da spielen zuviele Faktoren mit (Streetworker, Geld für Kondome, Aufklärung, Verhaltenscodex, Religion etc.). Kann alles zutreffen, muss aber nicht. Und von der anderen Seite des Teiches halte ich mich mal direkt zurück..

    Gefällt mir

  5. @Georg

    Entschuldigungen dafür, warum der arme Mann angeblich daran gehindert ist, Vorsorge zu treffen, lassen sich im Dutzend finden.

    Für Arme ebenso wie für weniger arme Leute gilt:
    Wer meint, für sein eigenes Handeln nicht verantwortlich zu sein, muß dann eben auch mit den aus seinem sorglosen Verhalten resultierenden Folgen zurecht kommen.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s