Sonntagabend: Klassik

Standard

Barock 02

Erste Szene, erster Aufzug: gesprochen über die Oberkanten beider PC-Bildschirme

Sie: „…da ist demnächst ein Konzert.“
*da hat er bestimmt keinen Bock drauf*

Stimmt; deshalb – auch ohne der notwendigen Vorkenntnis der Art des Konzertes – erst 2 Minuten später die geduckt gesprochene, wenig reichhaltige Antwort:

Er: „…ja..?“
*bloß nicht zu nem Klassik-Schrumm-schrumm hingehen müssen; denn darum handelt es sich garantiert*

Woher wissen Männer sowas im voraus; und warum gerade jetzt wieder im Ausreden-Katalog blättern müssen…?

Sie: „Es ist ein Klassikkonzert in der weissen Kirche. Würde ich gern hingehen.“
*auch doof, alleine hinzulatschen. Aber vielleicht kommen paar Freunde mit*

In wenigen Schritten zur alternativen Möglichkeit; daher:

Er: “ Aber vielleicht fragst Du paar Freunde; da – nimm‘ mein Handy..?“
*Jetzt eisern am Stuhl festhalten; fast ist es geschafft*

Manch‘ Herrenabend wurde schwerer errungen; deshalb an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an gute Freunde!

Sie: „Gut, die kommen mit; ich fahre dann so gegen acht und hole sie vorher ab.“
*das hat er nun davon – Kunstbanause!“*

Endlich alleine 2 Folgen „Twin Peaks“ hintereinander sehen und Bier mit Popcorn genießen – oder vielleicht doch Eugen Jochum auf Grammophon-Schellack Beethoven’s „Vierte“ dirigieren lassen..?
Als Alternative wäre noch heulen machbar, weil die Frau alleine weg ist….

Zweite Szene, erster Aufzug: Im Kircheninneren

Sie, nach fast zwei Stunden: „Gespielt auf Nachbauten historischer Instrumente….ist doch echt gut, was die da bringen; zwar mit norwegischer Unterstützung, aber für freien Eintritt müßten die sich nicht mal so anstrengen.“
*ich möchte wissen, was er da alleine macht zuhause; nur in der Bude zu hocken, ist jedenfalls nicht gesund*

Dritte Szene, letzter Aufzug: Wohnzimmer und Kleiderschrank

Sie: “ Da bin ich wieder; war wirklich gut: schade, daß Du partout hierbleiben wolltest. Allen hat’s gefallen!“
*was ein Glück, daß ich mir das nicht habe ausreden lassen!*

Aber den meisten parteiischen Krimilesern wird längst aufgefallen sein, daß der Mann doch gern mitfahren wollte, und so..:

Er: „Die haben ja auch was von Händel gespielt; hättest Du ruhig sagen können vorher. Ich wäre bestimmt mitgekommen; nicht schlecht, mal rauszukommen..“
*was ein langweiliger Abend so alleine; wie damals, als die Eltern zum Tanz sind und ich als siebenjähriger um acht ins Bett mußte*

Sicher – daran hätte er denken sollen: die „Twin Peaks“-Folgen sind seit Monaten verliehen, und die großen Schellackplatten wegen der Bruchgefahr gar nicht mitgekommen nach Paraguay.

Sie: „Oh: das Konzert wird noch dreimal wiederholt. Ich würde mit Dir nochmal hingehen. Du könntest dazu ja die lange blaue Hose und das weisse neue Hemd tragen.“
*auf einmal – wie immer! Plötzlich will der Herr doch!*

Er: „Dreimal spielen die nochmal dasselbe? Komisch, daß denen da nicht langweilig wird: außerdem fehlt an der blauen Hose der vordere Knopf, ich habe da meine Vermutung, wer den abgerissen hat…und da, schau‘ her: das neue Hemd übrigens ist unten am Bauch viel zu kurz; man hat das wohl schief geschnitten!“

An dieser Stelle überlassen wir die beiden sich selbst; der Abend erbrachte keinerlei neue Ergebnisse mehr außer der sofortigen telefonischen Rückforderung der verliehenen „Twin Peaks“-Filme; die Nachforschungen über den Verbleib der kostbaren Klassikplatten von Oma’s Grammophon wurden auf den nächsten Tag verschoben…

Damit verbleiben wir wie immer mit den besten Grüßen & Wünschen als Team von „OUTLAW TODAY“! :wave:

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Wiederholung des Konzerts am Mittwoch, 27.11.13, 20:00 Uhr in der FADA/UNA
Mehr zum Ensemble Paraguay Barroco hier.

HOTEL-RESTAURANT PARAISO
Villarrica, Paraguay
http://www.hotel-paraiso.de

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Über canneletto

Also gut - im Jahr 2005 ist in Deutschland für uns die Grenze des erträglichen erreicht. Als Konsequenz sind wir im Juli desselben Jahres nach Paraguay ausgewandert. Wir, das sind: Steffen (48) und Magali (so um Mitte 30 - sorry, Frauen sind eben eitel...). Seit 10 Jahren führen wir nun in Villarrica das einzige deutsch-sprachige Hotel-Restaurant "Paraiso". Besucht uns in unserem Blog oder hier vor Ort und erfahrt die unglaublichsten - weil wahren - Geschichten!

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  1. Wiederholung des Konzerts am Mittwoch, 27.11.13, 20:00 Uhr ??

    Ach Mist, da wäre ich aber sessshr gerne hingegangen. Blöde nur, dass ich mit Kumpels, Bier und Burger vor dem Fernseher Fußball schauen muss. :)):)):))

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  2. ….ja, stimmt: die „Gefahr“ wird wieder größer, da die Twin-Peaks-Folgen noch nicht wiedergebracht wurden.. :.

    Das beste ist ja immer, daß die Kumpels da sind zum helfen..! :p:p
    Moin Brother!

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  3. Wenn man keine Chance mehr hat, rüstet man für das Konzert eben auf:

    Demonstrativ wird der Dirigentenstab eingepackt.
    Notenbücher werden sortiert.
    Ein Frack (Nee, nicht das mit W) wird geordert.
    Der Fan-Schal gebügelt.

    Sollte die bessere Hälfte dann immer noch nicht aufgeben – hast Du wenistens Spaß, wenn Du ständig fluchend mit dem Stäbchen herumwirbelst und Allegro rufst. 😉

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  4. Bloß KEINEN Frack ordern- das endet sonst doch noch vorm Traualtar…;););) :.:.:.
    Stimmt: der neue Dirigentenstab würde bestimmt auch im Schiffsmodellbau Verwendung finden können… :))

    …gibt es überhaupt Frauen, die irgendwann aufgeben…??? :.:))

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  5. ..immerhin war ich bis jetzt über 18 Jahre standhaft- warum also sollte die Glückssträhne jetzt abreissen und mir das Wörtchen entlockt werden können..? :p :)):)) .:

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  6. …Du sprichst da wahrscheinlich von der ersten Generation der Waschmaschinen; aber weiß man, ob die neuesten Modelle-bewußt mit künstlicher Intelligenz ausgestattet- sich nicht verselbständigt haben..? 😉
    Wenn man(n) zugrunde legt, daß irgendwann Gefräßigkeit keine Grenzen mehr kennt, werden wir wohl alle noch unser blaues und frisch gewaschenes, aber angefressenes Wunder erleben..;) :.
    Nabend Frau Ormuz!

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  7. :p Bisher konnte ich mich ebenfalls mit Klassik kaum anfreunden; wenn schon, dann nur den Silbermann-Orgelnachbau der Frauenkirche, aber auch nur von CD über Ohrstecker… :.:))
    Moin, moin & liebe Grüße vonne Kaffeetafel!

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  8. Na immerhin handelt es sich bei dem oben Beschriebenen lediglich um drei Szenen mit je einem Aufzug.

    Wären es insgesamt fünf Akte gewesen,dann hätte man womöglich von einem Drama sprechen müssen.

    In oben beschriebener Form ist die Handlung aber vielleicht eher im Bereich des Lustspiels anzusiedeln. Oder etwa nicht?

    Gruss aus Villarrica-City
    Anke

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  9. …geplant war ja ursprünglich ,die ganze Sache später als Drehbuch :p zu verwerten; entsprechende Passagen, die den jeweiligen Bühnenaufbau erläutert hätten, wurden aber vor der Veröffentlichung des Textes entfernt, um Nicht-Dramaturgen nicht zu ängstigen.
    In einem frühen Stadium bot sich noch die Möglichkit, dies als Libretto mit verschiedenen Gesangsparten zu gestalten, und zu allem Überfluß lehnte Herr Grass in frühem Arbeitsstadium eine Zusammenarbeit kategorisch ab.
    Möglich wäre bei einer endgültigen Fassung die Verschiebung der Gesamtthematik in eine futuristische Konstellation- oder aber in die Rahmenhandlung einer klassischen Marlowe-Story. :p
    Reizvoll erscheint mir natürlich auch das gestalterische Expose zu exotischen Schauplätzen des Mayster´s :p:p:p

    Dies hängt vielleicht auch vom weiteren Fluß des bereits in Grundzügen vorliegenden neuen Themas ab….:p:p
    :)):)):))
    Moin, moin & viele Grüße zum Decemberanfang!! :p

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  10. Für einen Zusammenarbeit mit Herrn Grass hätte man das beschriebene Thema ja auch entweder als Roman oder in Gedichtform präsentieren müssen, wobei sich die Romanform alleine schon aufgrund der bei Grass üblichen Seitenzahlen verboten hätte.

    Ansonsten hätte es sich noch angeboten daraus eine politische Rede zu formuliern, wobei sich dann beide Autoren wahrscheinlich über die politische Zielrichtung uneins geworden wären.

    Schliesslich soll nicht unerwähnt bleiben, dass Herr Grass ja auch gelernter Steinmetz ist. Aber wie soll man bloss den Besuch eines Barockkonzertes in eine Skulptur verwandeln?

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  11. Stimmt: besonders „frühe“ Ansichten von Herrn Grass tendieren in eine etwas andere Richtung; aber vielleicht wäre Wolf Biermann der richtige: und wie schnell wäre eine zweite Karriere von dem Manne instand gesetzt..?! :p
    Demgegenüber hätte ich wohl schon beim verfassen des Textes eine vorzunehmende Intonierung beachten müssen, vermute ich- aber Improvisationen sind doch gerade DIE Spezialseite vom Herrn Biermann! -Aber sollen wir riskieren, daß er ein zweites Mal ausgebürgert wird..?? :.
    Guten Abend & viele Grüße aus dem Regengebiet!!

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  12. Dann müssen wir also das nächste mal dieses denkwürdige Jubiläum noch einmal nachträglich begehen.

    Kein Problem, wird prompt erledigt.

    Gruss aus villarrica-City (heute mal mit Sonnenschein)
    Anke

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  13. …und natürlich den entsprechenden Film auflegen beim feiern:

    Achja, das hier auch noch gleich:

    Moin, moin & viele Grüße vor der Siesta! :p:))

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