Leichen, nicht erst zum Dessert….

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Munition 01

„Der Preis, den wir für das Geld bezahlen, ist die Freiheit.“ 😉
Leicht erkennbar, daß dies nicht etwa eine Werbebotschaft vom deutschen Media-Markt ist; die da beheimatete Systempresse würde diese Worte R.L.Stevenson’s wohl am liebsten ungesagt machen bzw. für ungültig erklären – genau wie Millionen glücklicher Mitträger, die ungeduldig auf die kommenden sportlichen TV-Highlights warten und die froh sind, daß die Gründe für die nächste im 4-Jahre-Rhythmus 💡 erfolgende Steuererhöhung (möglichst kurzgefaßt/egal, wieviele Fremdworte) glücklicherweise schnell in der Halbzeitpause dargelegt werden… :p

Nun legt jeder den Begriff „Freiheit“ anders aus; für Leute aus Kempten :wave: etwa war es vor drei Jahren die (vorstellerische) Freiheit, vom in Paraguay in drei Monaten erarbeiteten Geld den Rest des Jahres in Florida flanierend zu verleben. :)) :)) :))

Wie das Leben so spielt: seit Mitte Juni 2007 leben sie wieder im Allgäu. Unter anderem von Geld, was aus Paraguay „mitgenommen“ wurde. :p Viel Spaß. :yes: :wave: Und viele Grüße an bestimmte Mitglieder der bayrischen Polizei und deren mitteilsames Innenministerium. 😛 :))

Fast unerwartet :)) stellt man bei längerem Aufenthalt hier fest, daß die täglichen Nachrichten, die zur Mittagszeit wegen der Actionszenen gerne konsumiert werden, keinesfalls die Trailer für die neuesten Kinokracher darstellen, sondern schnell auch dem gewandtesten lachenden Makler das Geschäft vermiesen können: Raub, Mord und Entführung sind Stichworte, die vor dem Verkauf des Grundstückes gern unter Oma’s damals mitgebrachten Teppich gekehrt werden – hier aber einen nicht unerheblichen Teil der gesellschaftlichen Geschehnisse darstellen. Tag für Tag – und nicht nur im weit entfernten Asunción.

Eine der auflagenstärksten Zeitungen des Landes, die sogenannte „Última Hora“ stellte unlängst in einem Artikel eine inhaltsschwere Rechnung auf: je nach „Wichtigkeit“ oder Motiv oder „Schwierigkeitsgrad“ kostet kurzgesagt ein Auftragsmord ab 500 Dollar aufwärts. U-(

Im Falle der „Beseitigung durch Schußwaffengebrauch“ eines Herrn Corvalán floß die Summe von 2 Millionen und vierhunderttausend Guaranies, dies entsprechen knapp 850 Mark. Oder für diejenigen, die an das -glücklicherweise sehr unwahrscheinliche- Weiterleben des „Kunsttalers“ glauben: zum Tageskurs vom 27. Mai bei 5.650 Guaranies errechnet sich die kaum fassbare Summe von nur 422 „Kunsttalern“ für diese „Dienstleistung“.

Aber es geht auch kostenintensiver bei vergleichsweise wenig Mehraufwand: heute vor 3 Jahren war der Geschäftsführer einer Tankstellenkette, Jorge Antonio Soler, nach Hause unterwegs. Als Strafe für die Aufdeckung einer millionenschweren Unterschlagung in seiner Firma ließ ihm der dafür verantwortliche eigene Angestellte sechs Bleiknöpfe aufs sorgsam gebürstete Jacket heften…. :no:
Die Täter bekamen vom Drahtzieher zunächst 10 Millionen Guaranies (nach heutigem Kurs billige ca. 1.770,- „Kunsttaler“). => Gerechterweise muß man anerkennen, daß sie vom Staat Paraguay etwa zwei Jahre später noch einen Gutschein dazu bekamen:
30 Jahre Ernährung und Unterbringung auf Kosten des Landes. Fachbezogene Weiterbildung eingeschlossen. U-(

Aber selbst vor einem Vizepräsidenten wird nicht halt gemacht: fünf Tage vor der Flucht des vormaligen Halbjahrespräsidenten Cubas Grau Ende März vor 11 Jahren wurde genannter Senor Argana auf dem Weg ins Zentrum von Asunción mittels quer parkendem Auto gestoppt und erschossen. )-o
Der Einsatz einer Handgranate scheiterte dabei allerdings an einem zu kräftig ausgeführten Wurf. Die Täter sind mittlerweile gefasst – und „die Großen“ weiterhin im lichtlosen Dunkel….Ebenso die Summe, die gezahlt wurde. |-|

Nicht genau zu einhundert Prozent imitieren die mit der Aufklärung dieser Fälle staatlich beauftragten Personen und auch privat eingesetzten Ermittler Mack Sennett’s „Keystone Cop’s“, 🙂 doch werden die Hintergründe und Verflechtungen für uns Normalverbraucher wohl immer ein inländisches Buch mit sieben Siegeln bleiben.
=> Besser ist das wahrscheinlich – wer steckt schon gern freiwillig die Finger in ein buntes rasendes Kinderkarussell und lacht dabei? :.

Bleibt zum 27ten Mai noch die Zeit, an den 69ten Jahrestag des Untergangs des deutschen Schlachtschiffs „Bismarck“ zu erinnern, bei dem über 2.100 tapfere deutsche Seeleute den Tod fanden; :`( fast hätte man geglaubt, daß Deutsche Männer nie wieder lachend in einen Krieg marschieren müßten…! Aber auch neue Regierungen haben schließlich ihre Vorbilder. :##

Mehr zu dem Thema:
auf spanisch in der Última Hora
auf deutsch auf dem paraguay-info-blog

Wie immer verbleiben wir mit den besten Grüßen & Wünschen -auch an alle Geburtstagskinder- :wave: :wave: als Euer Team von „OUTLAW TODAY“! :wave:

HOTEL-RESTAURANT PARAISO
Villarrica, Paraguay
http://www.hotel-paraiso.de

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Über canneletto

Also gut - im Jahr 2005 ist in Deutschland für uns die Grenze des erträglichen erreicht. Als Konsequenz sind wir im Juli desselben Jahres nach Paraguay ausgewandert. Wir, das sind: Steffen (48) und Magali (so um Mitte 30 - sorry, Frauen sind eben eitel...). Seit 10 Jahren führen wir nun in Villarrica das einzige deutsch-sprachige Hotel-Restaurant "Paraiso". Besucht uns in unserem Blog oder hier vor Ort und erfahrt die unglaublichsten - weil wahren - Geschichten!

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  1. Ja klar! Ein ungeliebtes Thema, doch wer meint, daß es sowas hier nicht gibt…. :))
    Hier wird die Waffenkammer schon vorm Morgenappell geöffnet :))
    Moin Maenne!

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  2. ..könnnnte sein :))
    Aber ich weiß nicht, wie es in bestimmten nächtlichen Vierteln von Frankfurt aussieht. 😉
    Moin Maenne!

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  3. Gut , dass auch mal Schattenseiten gezeigt werden
    denn
    das Paradies auf Erden – gibt es nirgend’s
    aber
    wer gibt das schon gerne zu ?!

    LG aus VE
    Regina

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  4. Klar- meist wird dies Thema unterschlagen; sonst wird ja nix mehr verkauft :))
    Selbsternannte Südamerika-kenner gibts hier genug, die diese Themen gerne ausblenden oder als „Einzelfälle“ abtun!
    Liebe Grüße zum Wochenende!

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  5. Tja, wo es keine greifenden Regularien gib, da wird zur Selbstjustiz gegriffen und der „Staat“ läuft in großem Abstand hinterher. Schade und traurig für ein so schönes Land.

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  6. Die bestrafende Selbstjustiz besteht eher in stiller Teilhaberschaft bei der anschließenden Aufteilung der Beute durch meist indirekt beteiligte Polizei & anderer Gesellen, die noch davon wissen.
    Justiz und Anwaltschaft sind zu großen Teilen ebenso damit beschäftigt, ihr Schäfchen ins trockene zu bringen; Beweismittel werden verschlampt oder „bis zum Prozeßbeginn“
    beschlagnahmt- jeder weiß, daß die Sachen damit den Besitzer wechseln. Und Besserung ist soo schnell nicht in Sicht…..
    Moin, moin!

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  7. Angeblich basiert ja das hiesige Rechtssystem auf demjenigen Deutschlands. Lächerlich- weiß doch jeder hier, daß Diebstahl, Raub und Erpressung nicht gerade klägliche Nebeneinkünfte darstellen :))
    Moin, moin!
    Villarrica meldet etwa 20°, aber Sonnenschein!

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  8. Dann wird es schon stimmen, nur sind unsere Methoden hier schon lange verfeinert. Bei uns wird das alles über die Steuer geklärt, also ganz zivilisiert.

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  9. …es ist halt alles noch etwas…rustikaler hier, möchte ich mal sagen. Aber mir selber würde die Nerverei mit der Überwachung „drüben“ mittlerweile enorm auf den Kittel gehen….
    Mal sehen, wann sich beide Systeme annähern 😉 :))

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  10. Das wird nicht lange auf sich warten lassen, denn durch die immer modernere Technik müssen sie auch bei Euch nachziehen.

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  11. Schwierig einzuschätzen; deswegen macht man hier ein kleines Vermögn, wenn man ein großes mitbringt. Und erreicht trotz Geld-Tip auch nix ;-(

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  12. ..und war es auch schon für einige Landsleute. Die Täter verschwinden über die relativ nahe Grenze, und die Akte wird geschlossen….

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  13. Leider ist die hiesige Gesellschaft so strukturiert, daß es wohl noch ein Weilchen in der gewohnten Weise weitergehen wird..
    Moin, moin!

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