Der Abend danach

Standard

Rund vier Stunden nach dem Einsturz des bewußten Gebäudes im Stadtinneren befinden sich derzeit drei der verletzten Arbeiter im hiesigen „Hospital Regional“.
Sie sind dem Inferno mit vergleichsweise leichten Verletzungen wie Prellungen und Verstauchungen entkommen; nach ihrer Erstversorgung werden sie demnächst zur weiteren Beobachtung in ein anderes Hospital verlegt.
Bisher ist die Rede von drei Toten, die dieses Unglück forderte.
Insgesamt sollen sich zum Zeitpunkt 34 oder 35 Arbeiter im Inneren des Gebäudes befunden haben – derzeit wird glücklicherweise nur noch ein Arbeiter vermißt bzw. besteht Unklarheit über seinen Verbleib während des Tages.
Am heutigen Nachmittag wurden aus der Hauptstadt Asunción per Helikopter Ärzte sowie ein Minister eingeflogen.
Von Seiten des Arbeitgebers ließ man verlauten, alle anfallenden medizinischen Kosten inclusive des Lohnausfalles in den nächsten Tagen zu übernehmen – und natürlich lückenlose Aufklärung des Unglückes zu betreiben.
Und schon kursieren unter der hiesigen Bevölkerung Gerüchte über zeitgleiche Anhebung der Stromtarife zum finanziellen Ausgleich – manche Rezepte sind wahrscheinlich weltweit im Gebrauch.

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HOTEL-RESTAURANT PARAISO
Villarrica, Paraguay
http://www.hotel-paraiso.de

Über canneletto

Also gut - im Jahr 2005 ist in Deutschland für uns die Grenze des erträglichen erreicht. Als Konsequenz sind wir im Juli desselben Jahres nach Paraguay ausgewandert. Wir, das sind: Steffen (48) und Magali (so um Mitte 30 - sorry, Frauen sind eben eitel...). Seit 10 Jahren führen wir nun in Villarrica das einzige deutsch-sprachige Hotel-Restaurant "Paraiso". Besucht uns in unserem Blog oder hier vor Ort und erfahrt die unglaublichsten - weil wahren - Geschichten!

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  1. …mittlerweile wurde die Opferzahl nach unten korrigiert- „nur“ zwei Tote sind zu beklagen, wenn unter dem meterhohen Schuttberg nicht noch mehr auftauchen….

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  2. Wir waren für den Abend mit einem befreundeten Arzt verabredet, der dann allerdings den Abend anders verbrachte…. Die Bilder haben wir selbst gemacht.
    Viele Grüße nach R-furt!

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  3. Moin

    Ach was für ein Scheißkram, allerdings kann man schon fast von Glück im Unglück sprechen, das es nur 2 Leute erwischt hat, die Bilder der Bauarbeiten sehen ja abenteuerlich aus.

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  4. Wir liefern manchmal Eßbestellungen ins hiesige Hospital aus… die Leute haben dann keine Lust mehr auf die verordnete Diät 😉
    Moin Maenne!

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  5. Ja, das ist der hiesige Baustandart; Eisengerüste oder etwa Sicherheitsschuhe sind wirkliche Seltenheit. Man wundert sich, daß es nicht häufiger kracht….
    Moin Hoschi- Dir eine schöne Woche!

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  6. Nabend

    Na da lob ich mir doch die deutsche Gründlichkeit wenn es um Sicherheit geht, aber ich schätze sowas können sich die Leute bei Euch schlicht nicht leisten.

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  7. Genau- sie können es sich nicht leisten. Kaum einen interessiert es, ob an einem Bau 2 oder 10 Leute umkommen. Allerdings muß man sagen, daß auch kein Lehreffekt existiert- die Bau-Vorgehensweise ist seit Jahrzehnten die gleiche. Neuem gegenüber sind sie sehr verschlossen…
    Moin Hoschi!

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  8. Nabend

    Na ja es ist allerdings auch die Frage an wem das liegt. Wenn die Auftraggeber und die Unternehmer bessere Standarts etablieren würden, könnten die einfachen Arbeiter gar nicht andrs. so lange man aber so am meisten Geld verdienen kann, wird sich auch nichts ändern. Einfach Arbeiter sind leicht zu ersetzen

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  9. Stimmt! „Bloß nix investieren“ heißt die Devise- und so wird die hiesige Unfallstatistik auch in den nächsten Jahren wohl nicht nach unten gehen…
    Moin Hoschi!

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  10. Klar- damals haben wir im Krankenhaus einen Landsmann beliefert, der kurz davor stand, nach ca. 8 Monaten PY sein Bein zu verlieren. Halbes Jahr später ist der wieder zurück..

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  11. Ja, Richtung Köln. Der Auslöser war deren beider Zuckerkrankheit und wohl der Biß eines Tieres. 1. April 2005 bis 1. Juni 2006. So schnell kann´s gehen….

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  12. Aber eine Krankenversicherung ist hier fast noch teurer und beinahe nutzlos, sage ich…..Das Problem ist, daß im Ernstfall keiner bis zu 40 km in den nächsten Ort fährt- oder eben früh halb 3 kein Arzt da ist…

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  13. Jaa-gebe ich zu. Natürlich hat einiges hier auch seine Schattenseiten, aber ich würde unser neues Leben nicht wieder eintauschen wollen gegen alle Reglementierungen und das verordnete Miteinander!
    Moin Maenne!

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