Hundeleben in Paraguay

Standard

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„Wenn du einen verhungerten Hund aufliest und machst ihn satt, dann wird er dich nicht beißen. Das ist der Grundunterschied zwischen Hund und Mensch.“ :.
Nun ist => Mark Twain nicht unbedingt als Tierliebhaber bekannt geworden, sondern wegen seines abenteuerlichen Lebens und der daraus resultierenden, meist gesellschaftskritischen Literatur, die auch heute noch aufgrund ihres in originalem charakteristischem Ton gehaltenen Wortlautes oft nur gekürzt und bearbeitet veröffentlicht wird.

Wo Chaplin’s „A Dog’s Life“ 1918 auf die Lebenszustände der englischen Arbeiterschicht hinwies, ist der Filmtitel knapp 100 Jahre später in Paraguay ein Synonym für den hiesigen Umgang mit Tieren. 😐

Untätiges Zusehen bei der Vermehrung von Straßentieren kanalisiert sich meist in der Pappkarton – Quartierzuweisung des Nachwuchses kurz nach der Geburt und dem Aussetzen der kleinen Tiere am Straßenrand, mitunter mitten in der Universitäts :??: -Stadt Villarrica.
Und nicht immer verstummen die kleinen Stimmchen schnell, aber doch zu oft qualvoll im tosenden Straßenlärm…

Beim täglichen Nahrungskampf Mensch/Tier werden so etwaig anfallende Kosten leicht weggeschoben.
Keine leichte Kost für landsmännische Tierliebhaber, die in der alten Heimat ihren meist vierbeinigen Lieblingen besorgt wärmende Winterkleidung kaufen, teure Operationen und Medikamente zukommen lassen und zum Weihnachtsfest mit neuer Leine & Halsband überraschen. (Letzteres beides paßt hinter verschlossener Tür manchmal seltsamerweise nächtelang der Ehefrau; U-( für den Hund gibt’s dies dann leider erst im nächsten Jahr…traurig, traurig 😥 ).

Seit knapp einem Jahr kommt in dieses unerfreuliche Thema glücklicherweise etwas Bewegung: „Villarrica Protector“, gegründet von Personen, die unser oft geschmähtes Binnenland NICHT als Möglichkeit zum oft praktizierten Mehrfachverkauf ein und desselben titellosen Grundstückes nutzen.

Ein Umdenken scheint stattzufinden – immer öfter melden sich hiesige Menschen, um den Fund eines weiteren „Findelkindes“ oder besser einer ausgesetzten bellenden oder miauenden Wohngemeinschaft mitzuteilen.

Trotzdem ist und bleibt wohl auch noch länger die Gesellschaft betreffs der Tiere durchwachsen: achtlose Akzeptanz der Vermehrung auch kranker Tiere, gleichgültiges Aussetzen oder Vorbeigehen – => aber auch die (wenn auch minimale) Investition in einen Anruf beim Tierschutzverein.
Der Stellenwert einer Kreatur hat hier eben eine ganz andere Einteilung – Tierärzte kosten hier halt auch Geld und Zeit. Noch dazu müßte man dazu den mit starkem Kleber präparierten Stuhl und die fröhliche Mate-Tee-Runde inclusive der hochgeistigen Gespräche vorzeitig verlassen!
Waaaas?? Etwa für ein Tier..????????? :## :no: >:-[

Letzte Woche wurden so drei Hundewelpen vorm Verhungern gerettet – auch diesmal unterließ der Besitzer die weitere Aufzucht und stellte alles dem städtischen Zufall oder/und mitleidigen Passanten anheim.

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Mittlerweile geht es den drei Rackern gut: :p der wöchentliche Besuch vom Tierarzt zeigt positive Ergebnisse, und wenn sie demnächst mitsamt neuausgestellten Papieren an ihren neuen Besitzer übergeben werden, dann werden sie wohl kaum noch an ihren riskanten Lebensstart zurückdenken – sich aber mit gesunden Zähnen schon auf den nächsten erpresserischen Besuch des „bundespräsidenten“ Horschti Köhler XX( in Paraguay freuen! ;D :))

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Zum Schluß etwas => Tucholsky gefällig?
„Die Katze ist ein freier Mitarbeiter, der Hund ein Angestellter.“ 🙄

Wie immer mit denn besten Grüßen – Euer Team von „OUTLAW TODAY“! :wave:

HOTEL-RESTAURANT PARAISO
Villarrica, Paraguay
http://www.hotel-paraiso.de

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Über canneletto

Also gut - im Jahr 2005 ist in Deutschland für uns die Grenze des erträglichen erreicht. Als Konsequenz sind wir im Juli desselben Jahres nach Paraguay ausgewandert. Wir, das sind: Steffen (48) und Magali (so um Mitte 30 - sorry, Frauen sind eben eitel...). Seit 10 Jahren führen wir nun in Villarrica das einzige deutsch-sprachige Hotel-Restaurant "Paraiso". Besucht uns in unserem Blog oder hier vor Ort und erfahrt die unglaublichsten - weil wahren - Geschichten!

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  1. Einen schönen Abend wünsch ich
    Tja , mit dem „lieben Viehzeug“ ist es bei uns leider genauso .
    Solange noch klein und niedlich gehören sie in fast jedes Haus , schon damit die Kinder was zum quälen haben …
    Aber erst mal grösser und auch hungriger fliegen sie raus auf die Strasse , wo sie sich dann im wahrsten Sinne des Wortes , durchbeissen müssen …
    Räudig , ohne Fell , voll Ungeziefer und total abgemagert sieht man sie dann in Rudeln oder auch als Einzelgänger , die Müllsäcke plündern …
    Die Tierheime ( fundacionen) , ja … auch wir haben einige wenige …, sind übervoll …
    Wir haben auch 2 Hunde aus dem Tierheim … reinrassige Strassenköter ;o)
    Und auch hier haben die meisten Leute kein Verständnis dafür , dass wir mit den Hunden zum Tierarzt gehen und sogar noch Geld für sie ausgeben .
    Aber … es gibt auch hier die Ausnahmen von der Regel … nämlich tierliebende Zweibeiner … die nicht „aleman“ spechen ….
    Grüsse aus VE nach PY

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  2. So was gibt es ja auch in europäischen Ländern.
    Ich finde das immer wieder erschreckend.
    Letztlich ist jede einzelne Hilfe nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.
    Helfen würden wahrscheinlich nur hohe Sanktionen für die „Täter“

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  3. ooooch, die sind so niedlich….was sind das für verrohte Menschen, die solche kleinen hilflosen Wesen aussetzen können??? 😦

    Ich kenne den letzten Spruch etwas anders:
    „Hunde haben ein Herrchen oder Frauchen, Katzen haben Personal“ 😉

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  4. Oh man eh, sind die süß. Was ist das eigentlich für eine Hunderasse?
    Ich kann soetwas leider nicht nachvollziehen, es sind doch auch nur Lebewesen wie wir, uns schmeißt man doch auch nicht gleich auf die Straße wenn wir größer geworden sind. Naja bis vielleicht auf paar Ausnahmen, denn heut zu Tage ist leider alles möglich.
    LG Katrin

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  5. Also datse süüüüüüüüüß sind habt ihr ja nun schon gehört….;-))))..und das sind sie ja auch zweifelsohne!
    Eigentlich sollten einem auch die Menschen leid tun, die so verroht sind, dass sie Lebewesen umbringen können ohne mit der Wimper zu zucken…oder zucken sie vielleicht doch?
    Allerdings kann ich die Not der Tiere nie ohne die unnötig sterbenden Menschen sehen, und wenn ich wählen könnte würde ich immer erst meine Art retten. Verdient hätten es beide Arten gleichermaßen! Franzi

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  6. …und ich wollte keinen Hund mehr- aber der schwarz-weiße auf dem ersten Bild…Mal sehen, ob er nicht doch schon zuhause angekommen ist.. 😉
    Ebenso liebe Grüße aus Villarrica!

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  7. ..gebe ich Dir recht! Es ist doch immer wieder eine Freude, sich um die kleinen Tiere zu kümmern. Unverständlich, sowas einfach auszusetzen!

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  8. Tja- wie gesagt: es ist ein Ausdruck des täglichen Nahrungskampfes. Da bleibt oft einfach nix übrig für die Neuankömmlinge auf dieser Welt. Das Problem ist halt, daß sie meist unmittelbar nach der Geburt dem Muttertier entrissen werden…
    Moin Lilly!

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  9. Andere Länder, andere Sitten; dies ist eben eine der dunklen Seiten dieses Landes. Aber die Hilfe durch den hiesigen Tierschutzverein klappt bislang gut! Alle geretteten Tiere wurden bisher gut vermittelt, aber ob wir den Hund vom ersten Bild nochmal hergeben..? 😉
    Viele Grüße aus Südamerika!

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  10. Also gerade den ersten…also den auf dem ersten Foto…soifz…nee…nee….hergeben….mach nich sonne Sachen….;-)! Gruß aus dem bitterkalten aba sonnigen Essen/NRW/Deutschland/Europa ggggg* Franzi

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  11. Ich denke, daß dies eine spezielle Straßenrasse ist 😉 😉 😉 Da wird wohl von vielem was drinstecken; reinrassig wird da wohl nix sein, sonst hätte der Besitzer sie nicht ausgesetzt, sondern Geld an ihnen verdient. Derzeit pennen die kleinen Hundi´s hier drin, weil es draußen wie aus Eimern gießt….
    Liebe Grüße nach Meissen!

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  12. Leider gibts genug Krankheiten, die dann die Hunde bekommen und stellenweise auf den Menschen übertragen werden können. Es ist natürlich auch die mangelnde Hygiene in bestimmten Vierteln, die dies erst ermöglicht.
    Eigentlich unvorstellbar, daß es bis jetzt hier bei uns noch keine Organisation gab, die sich um sowas gekümmert hat.
    Viele Grüße aus dem derzeitigen Regengebiet Villarrica; aber 27°C bringen wir auch noch auf 😉

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  13. Ja, es wird wohl so aussehen, daß der kleine Wauwau hierbleibt. Nur mit den schwarzen Flecken muß man sich was einfallen lassen- die sollten einheitlicher verteilt werden. Gechipt muß er werden, einen Hundepaß bekommen und seine Steuernummer…
    *warnurquatsch*
    ….aber ein Name fehlt noch….

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  14. Ha, du bist auf den Hund gekommen;) 🙂

    Aber mal im Ernst: was du schreibst, ….“Der Stellenwert einer Kreatur hat hier eben eine ganz andere Einteilung -„…das sieht man auch hier.
    Du brauchst nur aufs Land zu fahren, zu Bauern. Die können das *Gehabe*, was die *Stadtmenschen* mit Katzen und Hunden anfangen, überhaupt nicht verstehen.
    Für sie sind das NUtztiere…oder nutzlose und kommen in den Sack.
    Selbst diese *ach-so-tierliebenden-Menschen*, die den treuen Augen nicht widerstehen können, gucken nicht mehr in diesen Hunde-oder Katzenblick, wenn der Urlaub vor der Tür steht…dann werden sie *entsorgt*

    Ich hoffe, der Kleine hat es gut bei dir und ist dadurch einem traurigen Leben entkommen, denn so ein Hund ist wirklich ein treuer Freund.

    Ich kenne da auch noch einen Spruch;)

    “ Ein Hund hat Herrchen und Frauchen – eine Katze hat Angestellte“:)

    Liebe GRüße aus dem kalten Berlin
    brigitte

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  15. Ja, die Kleinen sind jetzt hier und pennen vollgefressen 😉
    Aber ein Verkauf findet nicht statt- die werden an gute Pfleger abgegeben!
    Moin Maenne!

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  16. Ja, der Tierschutzverein hat alle drei hier angebracht, um die Erstversorgung zu sichern. Der im oberen Bild wird wohl hierbleiben 😉
    Ich denke, daß es eine gute Sache ist, sich um sowas zu kümmern! Die in der Stadt abgestellten Kisten darf man einfach nicht ignorieren!!
    ..aber auch DER Spruch ist gut- wir kennen ihn zur Genüge!
    Liebe Grüße nach Berlin!

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  17. Prima,dann werden wir ja bestimmt noch öfter Berichte von dem *Patenhund* bekommen;)

    Habt ihr denn schon einen Namen?

    Liebe Grüße aus dem nassen Berlin
    brigitte

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  18. Aber sicher- schon im neuesten bericht gehts um seinen heutigen ersten „Ausritt“ 😉
    Ja, jetzt geht es um einen Namen für das Mädchen…wir haben noch keinen passenden gefunden.
    Liebe Grüße aus Villarrica, derzeit noch ohne Regen!

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  19. Ja, habs eben gesehen…stimmt: ist ja eine *Sie*

    Mach ein Wettbewerb in deinem Hotel/Lokal und der Sieger bekommt dann einen Freidrink – oder so;)

    Liebe GRüße
    brigitte

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  20. Ich hatte eigentlich auch einen Besuch da geplant, aber statt dessen ging es hierher….Aber ich habe ja zumindest Bilder von 2003 von unserem Haus.
    Moin Maenne!

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  21. Bei uns ist leider niemand mehr an den Geschichten über die Herkunft interessiert- dabei habe ich den Waffenkumpel meines Großvaters gefunden, der seinen Tod beim Volkssturm gesehen hat….
    Aus dem Ort stammt die zweite Frau des deutschen Kaisers- deren Kutscher mein Großvater war.

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  22. Ich liebe Tiere ja über alles! Könnte mich in jedes Tier verlieren! Hunde sind aber immernoch meine Favoriten! LG Frederik

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